Partizipation in Projekten zur sexuellen Selbstbestimmung und Bildung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Persönliche Kompetenzen entwickeln

09:45 - 11:15

Seminar

Hintergrund
Sich selbständig informieren zu können, ist die Grundlage selbstbestimmter Entscheidungen. Artikel 23 der UN-BRK bestärkt Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrem Recht, in allen Fragen zu Ehe, Partnerschaft, Familie und Elternschaft selbst zu entscheiden. Dabei lauten die wichtigsten Grundsätze Stärkung von Empowerment, Partizipation und Ausbau von Kompetenzen von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Projektbeschreibung/Methode
An zwei Projekten zur sexuellen Selbstbestimmung und Bildung soll gezeigt werden, wie Partizipation umgesetzt, gewollt und gelebt werden kann und wie sich diese Haltung auf die Inhalte, den Verlauf der Projekte sowie die Qualität der Ergebnisse auswirkt.
Projektbeteiligte werden anschließend in einer Talkrunde diskutieren und von ihren Erfahrungen berichten.
Schlussfolgerung
Um partizipative Grundsätze umzusetzen, bedarf es bereits bei der Ausgestaltung von Forschung und Projekten in diesem Bereich der Haltung, Menschen mit Beeinträchtigungen einzubinden und mit ihnen gemeinsam Inhalte zu erarbeiten.
Diskussionsbeitrag
Für Forschungsprojekte, die sich der Untersuchung konkreter Lebenswelten widmen, ist es sehr wichtig eine (aktive) Beteiligung durch partizipative Elemente einzuplanen, um die Akzeptanz in Bezug auf die entstehenden Erkenntnisse und Produkte zu erhöhen. Solche Prozesse sind für die Forschung und Durchführung von Projekten sehr wertvoll, aber auch mit einem erhöhten Aufwand verbunden, der sich im Vorfeld nur wenig überschauen lässt.

Herzfroh 2.0 – Partizipation in verschiedenen Projektphasen und Umsetzung der Ergebnisse

Im Kooperationsprojekt Herzfroh 2.0 der BZgA und der Hochschule Luzern wird die sexualpädagogische Materialsammlung «Herzfroh» aktualisiert. Herzfroh 2.0 richtet sich an Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen sowie Fachpersonen in Bildung und Betreuung. Die Einbindung unterschiedlicher Zielgruppen in den Erstellungsprozess ermöglicht bedarfsorientierte neue Produkte und ist Teil der Qualitätssicherung.
Ergebnisse und Erfahrungen mit dem partizipativen Vorgehen werden vorgestellt.

Erfahrungen zum partizipativen Vorgehen im Forschungsprojekt ReWiKs

Im Forschungsprojekt ReWiKs wird bei der Entwicklung des Konzepts "Freiraum: Sexualität + ICH" ein partizipativer Ansatz umgesetzt. Zusammen mit Vertreter*innen aus Selbstvertretungsorganisationen werden in verschiedenen Regionen selbstbestimmte Austauschformate für Menschen mit Lernschwierigkeiten zum Themenkomplex Liebe, Partnerschaft, Sexualität und Selbstbestimmung entwickelt und evaluiert.
Der Beitrag stellt erste Erfahrungen vor und beleuchtet Herausforderungen und Chancen dieses Vorgehens.

Themenfelder
  • Inklusion   
Beteiligte

Beteiligte

Mirjam Tomse
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Prof. Daniel Kunz
Hochschule Luzern - Soziale Arbeit
Prof. Dr Sven Jennessen
Humboldt Universität Berlin
Tim Krüger
Humboldt Universität Berlin