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16. - 18. März 2021
Dauer: 3 Tage
virtuell
2065 Teilnehmende

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Foto: André Wagenzik

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Der Kongress Armut und Gesundheit schafft seit 1995 ein kontinuierliches Problembewusstsein für gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland. Einmal im Jahr kommen hier Akteur:innen aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik, Praxis und Selbsthilfe zusammen. Dabei problematisieren wir die gesellschaftlichen Strukturen und diskutieren Veränderungspotenziale. Aktuelle Forschungsergebnisse werden ebenso vorgestellt und vertieft wie neue Strategien, Lösungsansätze und Erfahrungen aus der Praxis. 

Mit dem Engagement aller Akteur:innen und Teilnehmenden des Kongresses erfährt eine heterogene Gruppe von Menschen eine Lobby, die oftmals wenig Unterstützung erhält.

Kongressprogramm

08:00 - 09:30Seminar

Treffen der Fachbereiche der DGPH: Global Health

DGPH-Jahrestagung I

Der Fachbereich Global Health der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH) fördert den Austausch zwischen Menschen und Organisationen im Bereich globale Gesundheit aus einer Public Health-Perspektive und gestaltet diesen mit. Das jährlichen Fachbereichstreffen ist eine Möglichkeit zum persönlichen Austausch, für Rückblick und Ausblick sowie zur Besprechung organisatorischer Angelegenheiten des Fachbereichs. Wir freuen uns über Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits im Fachbereich sind oder diesen kennenlernen möchten. Für einen Besuch des Fachbereichstreffens ist keine DGPH Mitgliedschaft erforderlich.

Beteiligte

Dr. Stefan Kohler
Universität Heidelberg
09:45 - 11:15Seminar

Chancen nach der Pandemie für Public Health?

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Die COVID-19-Pandemie zeigt eindrucksvoll, dass gesundheitliche Entwicklungen alle gesellschaftlichen Bereiche betreffen. Daher sind sie nur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu bewältigen. Zugleich ist der Zusammenhang von Gesundheit und sozialer Lage wieder deutlich geworden und die Pandemie legt viele weitere Probleme offen, z.B. die prekäre Situation in der Pflege, hygienische Mängel an Schulen, Defizite bei der Digitalisierung oder die begrenzten Ressourcen des ÖGD.

Public Health verfolgt das Ziel, die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten, sie kontinuierlich zu verbessern und vor Gefahren zu schützen. Bessere Gesundheit für mehr Menschen ist aber nur zu erreichen, wenn Gesundheit in allen Politikbereichen berücksichtigt wird. Das Zukunftsforum Public Health, ein Zusammenschluss von Expert*innen aus Praxis und Forschung, arbeitet kontinuierlich an diesem Ziel. Ein Meilenstein dafür ist eine Public-Health-Strategie.

Dieser Workshop widmet sich den zentralen Herausforderungen und Chancen, die sich aus der Pandemie für Public Health ergeben. So wird erörtert, wie Public Health aufgestellt sein muss, um die Bevölkerungsgesundheit auch jenseits von Ausbruchsituationen zu schützen und zu fördern. Den Rahmen hierfür bildet das Diskussionspapier „Auf dem Weg zu einer Public-Health-Strategie“ (Zukunftsforum 2020). Es versteht sich als Grundlage für eine Public-Health-Strategie. Eine solche Strategie ist nötig, um Public Health für die Zukunft aufzustellen. Das Papier wurde 2020 vorgestellt und im Rahmen eines Konsultationsprozesses überarbeitet. Es wird hier präsentiert und aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Dazu wird es vier Impulsvorträge geben und die Themen anschließend in Kleingruppen vertieft diskutiert werden.

Auf dem Weg zu einer Public-Health-Strategie

Das Zukunftsforum Public Health hat den Prozess initiiert, eine Public-Health-Strategie zu entwickeln. Ein erster Entwurf des Papiers „Auf dem Weg zu einer Public-Health-Strategie – Gemeinsam für mehr Gesundheit in Deutschland“ wurde auf dem 4. Symposium des Zukunftsforums Public Health im Januar 2020 vorgestellt und im Rahmen eines Konsultationsprozesses überarbeitet. Dieser Beitrag stellt den aktuellen Diskussionsstand vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie vor.

Pakt für den ÖGD – Meilenstein auf dem Weg zu einer Public-Health-Strategie?

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie haben Bund und Länder einen Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) vorgestellt. Die Maßnahmen sind dazu geeignet, den ÖGD auch über die aktuelle Ausbruchssituation hinaus zu stärken. Sie greifen zahlreiche Themen und Reformvorschläge aus Fachgemeinschaft auf. Dieser Beitrag diskutiert den ÖGD-Pakt vor dem Hintergrund der Entwicklung einer Public-Health-Strategie und beleuchtet, was bereits erfüllt ist und wo es weiteren Handlungsbedarf gibt.

Eine nationale Strategie? Chancen und Schwächen des föderalen Systems

Die COVID-19-Pandemie macht deutlich, dass Public Health in Deutschland gestärkt werden muss. Welche Chancen bietet die Entwicklung einer nationalen Strategie angesichts einer föderalen Struktur, in der Gesundheitspolitik zu großen Teilen in den Hoheitsbereich der Bundesländer fällt? Welche Rolle spielen kommunale Initiativen bei der Ausgestaltung von Public Health und welche Rolle können sie bei der Entwicklung einer Strategie spielen?

Applaus ist nicht genug – wie wird Public Health als Karrierefeld attraktiv?

Vielerorts wurde dem medizinischen Personal zu Beginn der Pandemie applaudiert, das galt auch dem ÖGD, der durch die COVID-19-Pandemie in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt ist. Neben den Leistungen des ÖGD wurden aber auch der Personalmangel und strukturelle Defizite deutlich. Aus der Perspektive der Berufseinsteiger*innen wird diskutiert, wie der ÖGD als Berufsfeld attraktiver werden kann und welche Bedeutung eine Public-Health-Strategie dafür haben kann.

Themenfelder
  • Gesundheitspolitik   

Beteiligte

Dr.in Svenja Matusall
Zukunftsforum Public Health
Karin Geffert
Pettenkofer School of Public Health
Dr.in Katharina Böhm
HAGE e.V.
Dr. med. Kerstin Sell
Nachwuchsnetzwerk Öffentliche Gesundheit / LMU München
09:45 - 11:15Seminar

Gesundheit Wohnungsloser in Berlin. Das GIG – Projekt

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

(1) Hintergrund
Die Podiumsdiskussion greift die Thematik Wohnungslosigkeit und Gesundheit in der Region Berlin auf und stellt das Forschungsprojekt GIG – Gesundheit Wohnungsloser in Berlin vor.
(2) Projektbeschreibung
In Form von drei Impulsreferaten (je 10 Min.) werden Einblicke in die Entstehung des Forschungsprojektes GIG, die Arbeit des Gesundheitszentrums für Obdachlose der Jenny De la Torre Stiftung (GZO), das Forschungsdesign und die intendierten Forschungsziele gegeben.
• Frau Dr. De la Torre (Leitung GZO) stellt das GZO vor.
• Frau Dr. Schlimper (Geschäftsführung Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin) gibt einen kurzen Überblick zur aktuellen Situation von wohnungslosen Menschen und skizziert die Entstehung der Idee zum Forschungsprojekt.
• Frau Prof. Dr. Schenk (Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft, Charité Berlin) wird das Forschungsprojekt in seinen Grundzügen skizzieren.
(3) Schlussfolgerung
Primärziel ist die Exploration und Beschreibung der sozialen und gesundheitlichen Lage wohnungsloser Patienten (m-w-d) auf Basis von Patientenakten des GZO (N=4000) für die Jahre 2006 bis 2020. Sozio-demografische und medizinische Angaben sowie das Inanspruchnahmeverhalten von Hilfen werden erhoben und ausgewertet.
(4) Lessons Learned
Im Anschluss an die Impulsreferate wird in einer Podiumsdiskussion die Relevanz des Forschungsprojektes für die Akteure und die zukünftige Ausrichtung der Sozial- und Gesundheitspolitik diskutiert.

Das Gesundheitszentrum für Obdachlose (GZO) in Berlin

Obdachlosigkeit hat schwerwiegende körperliche und seelische Folgen. Im GZO erhalten obdachlose und arme Menschen daher nicht nur eine niedrigschwellige ärztliche, zahnärztliche und augenärztliche Versorgung, sondern erfahren Akzeptanz und Menschenwürde. Im GZO wird die soziale Integration von obdachlosen Menschen durch soziale, psychologische und rechtliche Beratung langfristig und dauerhaft unterstützt.

Wie kam es zu der Idee zum Forschungsprojekt?

Im Beitrag wird ein kurzer Überblick zum Zugang von wohnungslosen Menschen zu bestehenden Gesundheitsangeboten in Berlin gegeben. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin initiierte das Forschungsprojekt GIG. Wie kam es von der Idee zum Forschungsprojekt? Welche Relevanz haben die Ergebnisse für eine Verbesserung der Hilfen für die Akteure der Sozial- und Gesundheitspolitik?

GIG - Das Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt wird in seinen Grundzügen skizziert. Auf Basis der Patientenakten des GZO wird für die Jahre 2006 - 2020 eine retrospektive Vollerhebung sozialanamnestischer und medizinischer Daten realisiert. Neben der deskriptiven Charakterisierung der Patient*innen werden quer- und längsschnittliche Analysen zur Entwicklung von Gruppenmorbidität und intrapersonellen Entwicklungsmustern durchgeführt.

Themenfelder
  • Wohnungslosigkeit   

Beteiligte

Daniela Radlbeck
Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e. V.
Daniel Schindel
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Dr.in Jenny De la Torre
Jenny De la Torre-Stiftung
Dr.in Gabriele Schlimper
Der Paritätische Berlin
Prof.in Liane Schenk
Charité - Universitätsmedizin Berlin
M.Sc. Sonia Lech
Charité - Universitätsmedizin zu Berlin
09:45 - 11:15Fachforum

AGGSE I: Stadtentwicklung: grün- gerecht – gesund! Fachforen der AG Gesundheitsfördernde Gemeinde- und Stadtentwicklung

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten I

Hintergrund und Fragestellung
Die COVID-19-Pandemie mit ihren Bewegungs- und Reiseeinschränkungen zeigt, wie wichtig Parks, Grünanlagen und andere Freiräume für die Menschen in den Städten sind. Der zunehmenden Wertschätzung der Menschen für das urbane Grün steht jedoch eine zunehmende Verdichtung in den Städten gegenüber. Daher stellt sich einmal mehr die Frage, wie gewährleistet werden kann, das urbane Grün so zu erhalten, zu stärken und zu entwickeln, dass es seine wichtigen Funktionen für die Stadtbewohnerschaft (u.a. als Ort der Erholung, Begegnung und Integration sowie Naturerfahrung, Abmilderung der Folgen des Klimawandels, Minimierung von Luft- und Lärmbelastungen) erbringen kann. Dies ist insbesondere in benachteiligten und mehrfachbelasteten Stadtteilen mit oftmals vulnerablen Bewohner*innen relevant.

Vorgehen/Methode
In zwei aufeinander aufbauenden Fachforen sollen die Bedeutung, Sicherung und Entwicklung von urbanem Grün für die Gesundheit insbesondere vulnerabler Bevölkerungsgruppen behandelt werden. Die Verknüpfung von Grün- und Freiraumentwicklung und Public Health im Sinne des „Health in all Policies“-Ansatzes wird sich dabei als „roter Faden“ durch beide Foren ziehen.
In Forum 1 wird zunächst ein Überblick über die Funktionen urbanen Grüns für die Stadtbewohnerschaft gegeben. Im Anschluss werden gesamtstädtische Freiraumkonzepte vorgestellt, in denen Gesundheit und Umweltgerechtigkeit eine wichtige Rolle spielen.

Schlussfolgerungen/Ergebnisse/Lessons Learned.
Diese werden zu der Frage erwartet, wie eine Kommune mit gesamtstädtischen Freiraumplanungen/-konzepten eine Grundlage für eine sozial gerechte Entwicklung gesundheitsfördernden Grüns schaffen kann.

Urbanes Grün - Gesundheitsfördernde Funktionen für die Stadtbewohnerschaft stärken

Im Vortrag wird ein Überblick über die Funktionen urbanen Grüns für die Stadtbewohnerschaft gegeben (u.a. als Ort der Erholung, Begegnung und Integration sowie Naturerfahrung, Abmilderung der Folgen des Klimawandels, Minimierung von Luft- und Lärmbelastungen) und aufgezeigt, welche Chancen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst und andere gesundheitsorientierte Akteure in Kommunen - auch im Kontext der Corona-Pandemie - bestehen, das urbane Grün stärker zu fördern.

Masterplan Grün Leipzig 2030

Im Vortrag wird der Entwurf des Masterplans Grün Leipzig 2030 vorgestellt, der auf folgende Themenfelder fokussiert:
- Anpassung an den Klimawandel,
- gesundheitsfördernde Umwelt- und Lebensverhältnisse,
- diese für alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen (Umweltgerechtigkeit),
- Erhalt der biologischen Vielfalt,
- umweltgerechte Mobilität.

Landschaftsprogramm Bremen/Bremerhaven

Im Beitrag werden das Landschaftsprogramm der Stadt Bremen sowie der Entwurf des Landschaftsprogramms Bremerhaven vorgestellt und aufgezeigt, welchen Beitrag die Programme zu Umweltgerechtigkeit leisten:
- kartografische Überlagerung von Sozialindex und Grünversorgung,
- Identifizierung von Ortsteilen, die neben einem niedrigem Versorgungsgrad mit Grün gleichzeitig einen niedrigem Sozialindex aufweisen,
- Setzung von Handlungsprioritäten in diesen Ortsteilen.

Themenfelder
  • Kommune   

Beteiligte

Christa Böhme
Deutsches Institut für Urbanistik
Prof.in Dr.in Heike Köckler
Hochschule für Gesundheit
Dr. Thomas Claßen
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)
Dipl.-Ing. Rüdiger Dittmar
Stadt Leipzig
Dirk Hürter
Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau
09:45 - 11:15Seminar

Partizipation in Projekten zur sexuellen Selbstbestimmung und Bildung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Persönliche Kompetenzen entwickeln

Hintergrund
Sich selbständig informieren zu können, ist die Grundlage selbstbestimmter Entscheidungen. Artikel 23 der UN-BRK bestärkt Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrem Recht, in allen Fragen zu Ehe, Partnerschaft, Familie und Elternschaft selbst zu entscheiden. Dabei lauten die wichtigsten Grundsätze Stärkung von Empowerment, Partizipation und Ausbau von Kompetenzen von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Projektbeschreibung/Methode
An zwei Projekten zur sexuellen Selbstbestimmung und Bildung soll gezeigt werden, wie Partizipation umgesetzt, gewollt und gelebt werden kann und wie sich diese Haltung auf die Inhalte, den Verlauf der Projekte sowie die Qualität der Ergebnisse auswirkt.
Projektbeteiligte werden anschließend in einer Talkrunde diskutieren und von ihren Erfahrungen berichten.
Schlussfolgerung
Um partizipative Grundsätze umzusetzen, bedarf es bereits bei der Ausgestaltung von Forschung und Projekten in diesem Bereich der Haltung, Menschen mit Beeinträchtigungen einzubinden und mit ihnen gemeinsam Inhalte zu erarbeiten.
Diskussionsbeitrag
Für Forschungsprojekte, die sich der Untersuchung konkreter Lebenswelten widmen, ist es sehr wichtig eine (aktive) Beteiligung durch partizipative Elemente einzuplanen, um die Akzeptanz in Bezug auf die entstehenden Erkenntnisse und Produkte zu erhöhen. Solche Prozesse sind für die Forschung und Durchführung von Projekten sehr wertvoll, aber auch mit einem erhöhten Aufwand verbunden, der sich im Vorfeld nur wenig überschauen lässt.

Herzfroh 2.0 – Partizipation in verschiedenen Projektphasen und Umsetzung der Ergebnisse

Im Kooperationsprojekt Herzfroh 2.0 der BZgA und der Hochschule Luzern wird die sexualpädagogische Materialsammlung «Herzfroh» aktualisiert. Herzfroh 2.0 richtet sich an Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen sowie Fachpersonen in Bildung und Betreuung. Die Einbindung unterschiedlicher Zielgruppen in den Erstellungsprozess ermöglicht bedarfsorientierte neue Produkte und ist Teil der Qualitätssicherung.
Ergebnisse und Erfahrungen mit dem partizipativen Vorgehen werden vorgestellt.

Erfahrungen zum partizipativen Vorgehen im Forschungsprojekt ReWiKs

Im Forschungsprojekt ReWiKs wird bei der Entwicklung des Konzepts "Freiraum: Sexualität + ICH" ein partizipativer Ansatz umgesetzt. Zusammen mit Vertreter*innen aus Selbstvertretungsorganisationen werden in verschiedenen Regionen selbstbestimmte Austauschformate für Menschen mit Lernschwierigkeiten zum Themenkomplex Liebe, Partnerschaft, Sexualität und Selbstbestimmung entwickelt und evaluiert.
Der Beitrag stellt erste Erfahrungen vor und beleuchtet Herausforderungen und Chancen dieses Vorgehens.

Themenfelder
  • Inklusion   

Beteiligte

Mirjam Tomse
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Prof. Daniel Kunz
Hochschule Luzern - Soziale Arbeit
Prof. Dr Sven Jennessen
Humboldt Universität Berlin
Tim Krüger
Humboldt Universität Berlin
09:45 - 11:15Fachforum

Ohne Angst zum Arzt - Kampagne und Klage gegen die ausländerrechtlichen Meldepflichten im Gesundheitswesen.

Gesundheitsdienste neu orientieren I

Veranstalter: Kampagnennetzwerk gegen die ausländerrechtlichen Meldepflichten im Gesundheitswesen, u.a. Medibüro Berlin, Gesellschaft für Freiheitsrechte, Ärzte der Welt, KHSB
Ansprechpersonen: Sarah Lincoln, Gesellschaft für Freiheitsrechte

Hintergrund/Fragestellung
Die Corona-Pandemie hat uns verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass jeder Mensch Zugang zu Gesundheitsversorgung hat. Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus sind jedoch de facto von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. Bei Beantragung eines Behandlungsscheins ist das Sozialamt nach § 87 AufenthG gesetzlich verpflichtet, ihre Daten an die Ausländerbehörde zu melden, die wiederum die Abschiebung in die Wege leitet. Dieses Problem ist nicht neu, doch bislang fehlt der politische Wille für eine Gesetzesänderung. In den letzten Monaten hat sich ein breites zivilgesellschaftliches Kampagnenbündnis gebildet, das für die Abschaffung der Übermittlungspflichten im Gesundheitssektor eintritt. Begleitend zur Kampagne ist eine Klage gegen die Datenübermittlung geplant.

Projektbeschreibung/Methode
Im ersten Teil erfolgt eine kurze Einführung ins Thema mit einem Überblick über die Historie und die zivilgesellschaftlichen Akteure. Im zweiten Teil werden die verfassungsrechtlichen und menschenrechtlichen Bedenken gegen die Übermittlungspflichten erläutert. Im dritten Teil sollen die Klage und die Kampagne vorgestellt und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt und diskutiert werden.

Schlussfolgerung/Ergebnisse
Der Workshop liefert rechtliche Argumente gegen die Übermittlungspflichten und informiert über die zivilgesellschaftlichen Lobby- und Advocacyansätze.

Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Diskussionsbeitrag zur rechtlichen Bewertung der Übermittlungspflichten im Gesundheitssektor. Zudem zeigt er Handlungsoptionen auf, durch Kampagnenarbeit gegen die Übermittlungspflichten vorzugehen.

Einführung und Überblick über die Landschaft zivilgesellschaftlicher Akteure zum Thema

Verfassungs- und menschenrechtliche Bewertung der Übermittlungspflichten und Vorstellung der Klage

Vorstellung der Kampagne

Themenfelder
  • Migration und Flucht   

Beteiligte

Sarah Lincoln
Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V.
Prof.in Dr.in Anja Dieterich
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB)
Jérémy Geeraert
09:45 - 11:15Fachforum

Gesunde Arbeit in gesunden Organisationen (DGPH & BAuA)

DGPH-Jahrestagung I

Differenzielle Wirkungen von Ressourcen in der Arbeit auf die arbeitsbezogene Motivation

Digitale Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (DYNAMIK 4.0)

Einkommensverläufe und subjektives Wohlbefinden: Eine Analyse mit Register- und Surveydaten

Mobbing in der deutschen Erwerbsbevölkerung: Prävalenz und Folgen

Themenfelder
  • Gesundheit in der Arbeitswelt   

Beteiligte

PD Dr. Dr. Burkhard Gusy
Freie Universität Berlin
Tino Lesener
Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Nico Dragano
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Ines Catharina Wulf
Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Dr. Mathias Diebig
Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Prof. Dr. Peter Angerer
Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Dr.in Ina Schöllgen
Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin
Dr. Norbert Kersten
Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin
Dr. Uwe Rose
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Paul Conway
Institut for Psykologi, Københavns Universitet, København
Stefanie Lange
Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin
Dr. Hermann Burr
Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin
11:15 - 11:30

Pause

11:30 - 13:00Fachforum

Daten der Gesundheitsberichterstattung zu häuslicher Gewalt

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Häusliche Gewalt in der Gesundheitsberichterstattung (GBE)
Das Thema häusliche Gewalt ist ein schwieriges Kapitel in der GBE in Deutschland. Von der Theorie her soll die Gesundheitsberichterstattung Daten aus der Regelstatistik verwenden, um auf besonderen regionalen bzw. lokalen Problemlagen hinzuweisen, damit diesen mithilfe von geeigneten Maßnahmen begegnet werden können. Dank des hiesigen Datenschutzes ist dies in Deutschland nur eingeschränkt möglich. Zu den gesundheitlichen Folgen häuslicher Gewalt gibt es in Deutschland keine Regelstatistik. Zum Vorkommen gibt es lediglich die Statistik der Polizei, die jedoch nur greift, wenn es zur Anzeige kommt.
In diesem Workshop wird eingangs generell auf die Datenlage zur häuslichen Gewalt in der GBE eingegangen, sowie anhand der polizeilichen Statistik die Entwicklung der häuslichen Gewalt in Berlin im Zuge des 2020er Lockdowns dargelegt. Im zweiten Beitrag werden die gegenwärtigen Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Kodierung von häuslicher Gewalt anhand der internationalen Systematik für die Klassifizierung von Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD 10) diskutiert. Der dritte Beitrag betrifft die Entwicklung eines „minimal data sets" zur Dokumentation häuslicher und sexualisierter Gewalt in der gesundheitlichen Versorgung.

Häusliche Gewalt in der Gesundheitsberichterstattung im Bezirk Mitte von Berlin

Hintergrund:
Die Beschäftigung mit der häuslichen Gewalt hat eine lange Tradition in der Gesundheitsberichterstattung in Mitte. Bereits im Vorfeld eines Berichts aus dem Jahre 2006 wurden die Unzulänglichkeiten der amtlichen Statistik im gesundheitlichen Bereich (ICD 10) deutlich sichtbar.

Methoden
Nachdem klar wurde, dass die Abbildung der gesundheitlichen Auswirkungen häuslicher Gewalt durch die Statistik der gesundheitlichen Versorgung nicht möglich war, wurde auf die polizeiliche Statistik ausgewichen. Somit hatten wir mindestens eine empirische Datenbasis, um Unterschiede in der kleinräumlichen Betroffenheit zu visualisieren.
Diskussion: Obgleich die polizeiliche Statistik mit Sicherheit eine Unterschätzung der Problemlage darstellt, gibt sie mindestens ein Bild von den kleinräumlichen Unterschieden in der Betroffenheit ab, die im Laufe der Jahre deutlich aussagekräftiger wurde. Interessant im Zuge des Lockdowns im Jahre 2020 ist die Tatsache, dass die Fälle der häuslichen Gewalt im Lande Berlin während des Lockdowns eher zurückgegangen sind, um dann die der Lockerung stärker zu steigen.
Ergebnisse: Da die amtliche Statistik im gesundheitlichen Bereich in Deutschland immer noch nicht geeignet ist, die Auswirkung häuslicher Gewalt abzubilden, liefert die polizeiliche Statistik mindestens die Möglichkeit, ein (unvollständiges) Bild der unterschiedlichen Betroffenheit zu zeichnen.

ICD 10 - T 74 Codierung zur Dokumentation häuslicher Gewalt in der Gesundheitsversorgung?

Es gibt wenige Daten zum (medizinischen) Versorgungsgeschehen bei häuslicher und sexualisierter Gewalt in Deutschland – Routinedaten fehlen vollständig. Bereits Anfang der 2000er Jahre wurde die Frage aufgeworfen, ob die T74 Codierung im ICD 10 genutzt werden kann um Daten zur Versorgung nach häuslicher/sexualisierter Gewalt zu erhalten. heute – 20 Jahre später – stellen wir die Frage erneut. Hat sich etwas geändert? Welche Chancen, welche Risiken bestehen heute?
Die ärztliche Mitteilungspflicht gegenüber den Krankenkassen wurde für Fälle von Misshandlungen und sexueller Gewalt zwischenzeitlich aufgehoben, bzw. an die Zustimmung der betroffenen Patient*innen gebunden (§294a SGB V). Wie wirkt sich dies auf eine mögliche Nutzung der T74 Codierung aus?
Im medizinischen Kinderschutz wird in Fällen von Kindesmisshandlung/sexuellem Missbrauch für die Nutzung der T74 Codierung geworben. Ist dies auf die Versorgung Erwachsener übertragbar?

Entwicklung eines minimalen data sets für die Erhebung von häuslichen und sexualisierten Gewalt in der Versorgung

Hintergrund: Die Datenlage in der gesundheitlichen Versorgung im Zusammenhang mit Fällen häuslicher und sexualisierter Gewalt ist bisher außerordentlich begrenzt. Ziel der Fachgruppe Datenerhebung/Forschung des Runden Tisches ist u.a. die Entwicklung von Empfehlungen, welche versorgungsbezogenen Daten erhoben werden sollten, um die Umsetzung der WHO-Leitlinie zu fördern.

Methoden In den Entwurf eines „minimal data sets" zur häuslichen und sexualisierten Gewalt in der Versorgung sind rechtliche Vorgaben (Istanbul Konvention), internationale Studienergebnisse/Empfehlungen und die Expertise der Fachgruppen-Teilnehmer:innen eingeflossen.

Diskussion: Das Datenset wird im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt und mit der Fachöffentlichkeit auch im Hinblick auf eine routinehafte Datenerhebung in den unterschiedlichen Versorgungssettings zur Diskussion gestellt.
Ergebnisse: Das Ergebnis der Diskussionen mit der Fachöffentlichkeit soll erst einmal probeweise in der Arbeit des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Familienplanung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg getestet und anschließend eventuell angepasst werden.

Themenfelder
  • Gesundheitsberichterstattung   

Beteiligte

Jeffrey Butler
Bezirksamt Mitte von Berlin
MPH Karin Wieners
S.I.G.N.A.L. e.V.
Katrin Wolf
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
11:30 - 13:00Fachforum

Gesundheitliche Lage und Gesundheitsverhalten während der Covid-19-Pandemie - Ergebnisse aus der GBE des Bundes

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

Die gesundheitliche Lage in Deutschland in der Anfangsphase der COVID-19-Pandemie - zeitliche Entwicklung ausgewählter Indikatoren der Studie GEDA 2019-EHIS

Seit Anfang 2020 breitet sich SARS-CoV-2 mit großer Geschwindigkeit in der ganzen Welt aus und stellt auch Deutschland vor große Herausforderungen. Unklar ist bislang, wie sich die Pandemie und die für ihre Eindämmung beschlossenen Maßnahmen auf die gesundheitliche Lage der Bevölkerung ausgewirkt haben. Mit der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA 2019-EHIS), einer bundesweiten, telefonischen Querschnittsbefragung der in Deutschland lebenden erwachsenen Wohnbevölkerung (n = 23.001), die von April 2019 bis September 2020 stattfand, besteht die Möglichkeit, Veränderungen ausgewählter Indikatoren während der Anfangsphase der Pandemie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu analysieren. Die vorgestellte Analyse berücksichtigt Indikatoren aus den Themenbereichen psychische Gesundheit, Rauchverhalten, Körpergewicht, Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen sowie Unterstützungsleistungen, bei denen eine Änderung infolge der Pandemie und insbesondere der Eindämmungsmaßnahmen anzunehmen war. Über logistische und lineare Regressionsmodelle wurden monatliche und im Zeitverlauf geglättete adjustierte Anteile bzw. Mittelwerte der Indikatoren berechnet und mittels graphischer Darstellungen analysiert. Unterschiede in der Phase der einschneidenden Eindämmungsmaßnahmen im Frühjahr 2020 zu Vergleichszeiträumen des Vorjahres wurden auf statistische Signifikanz getestet. Dabei wird auch analysiert, ob es unterschiedliche Entwicklungen bei Frauen und Männern oder in einzelnen Bildungsgruppen gegeben hat.

Gesundheitsverhalten und COVID-19: Erste Erkenntnisse zur Pandemie

Die COVID-19-Pandemie stellt Menschen individuell wie auch Gesellschaften vor neue Herausforderungen, die in vielerlei Hinsicht das Gesundheitsverhalten berühren. Auf der Grundlage eines narrativen Reviews werden erste vorläufige Erkenntnisse zu den Themen Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung, körperliche Aktivität und Adipositas zusammengeführt: Rauchen und Adipositas können direkte und Alkoholmissbrauch, körperliche Inaktivität und unausgewogene Ernährung indirekt wirkende Risikofaktoren für den schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung sein. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie reduzierten die Möglichkeiten, körperlich aktiv zu sein und Sport zu treiben, was sich allerdings in den ersten Ergebnissen zum Bewegungsverhalten während dieser Zeit für Deutschland nicht widerspiegelt. Während ein Teil der Bevölkerung eine gesundheitsbewusstere Ernährungsweise als vor der Pandemie berichtet, trifft das für andere nicht zu. Für Rauchen und riskanten Alkoholkonsum deuten die Daten auf aggregierter Ebene für die Gesamtbevölkerung keine Verhaltensänderung an. Unterschiedliche Tendenzen scheinen sich aber für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu ergeben, sodass von sozialen Ungleichheiten bei den pandemiebedingten Änderungen des Gesundheitsverhaltens auszugehen ist. Wenn sich die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen sollten, würde das Hinweise auf einen Bedarf an pandemiebegleitenden Präventionsmaßnahmen geben.

Corona-Monitoring lokal

Hintergrund: Die COVID-19-Epidemie ist in Deutschland regional und lokal unterschiedlich ausgeprägt und eine Reihe von Gemeinden ist überproportional stark davon betroffen. Seroepidemiologische Informationen aus besonders betroffenen Gebieten können helfen, auch für andere Regionen den Bevölkerungsanteil mit durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion (Seroprävalenz) sowie den Dunkelzifferanteil und den Anteil asymptomatischer Verläufe abzuschätzen.
Methodik: Im Rahmen der Studie Corona-Monitoring lokal werden in vier besonders betroffenen Gemeinden (Kupferzell, Baden-Würtemberg; Bad Feilnbach und Straubing, Bayern sowie Berlin Mitte) jeweils 2.000 Teilnehmende, im Rahmen einer Einwohnermeldeamtsstichprobe, in einem temporären Studienzentrum mit Untersuchungsbussen oder während eines Hausbesuchs durch einen Rachenabstrich auf eine aktive SARS-CoV-2-Infektion und im Rahmen einer Blutentnahme auf SARS-CoV-2-IgG-Antikörper untersucht. Zudem werden im Rahmen eines schriftlichen Kurzfragebogens im Untersuchungszentrum und einer wahlweise webbasierten oder telefonischen Nachbefragung weitere Informationen zu verschiedenen Themen, wie mögliche Expositionen, Suszeptibilität (Empfänglichkeit), Symptomatik und Krankheitsgeschichte erhoben. Die Datenerhebung lief jeweils für ca. drei Wochen, und wird Anfang Dezember abgeschlossen sein.
Ergebnisse: Erste Ergebnisse aus dem Studienorten Kupferzell und Bad Feilnbach zeigen eine Antikörperprävalenz von ca. 10% und einem Untererfassungsfaktor von 3,9 bzw. 2,6. Weitere Ergebnisse aus allen Studienorten werden zum Kongresszeitpunkt vorliegen.
Diskussion: Durch die Studie CORONA-MONITORING lokal können Aussagen zum Bevölkerungsanteil mit Antikörpern gegen SARS-CoV-2 an vier besonders betroffenen Orten getroffen werden. So kann das tatsächliche Ausmaß der Epidemie besser abgeschätzt, Risiko- und Schutzfaktoren für eine Infektion ermittelt und somit auch besonders exponierte Gruppen identifiziert werden, was für die Planung von Präventionsmaßnahmen essenziell ist.

Themenfelder
  • Health Inequalities

Beteiligte

Dr.in Franziska Prütz
Robert Koch-Institut (RKI)
Stefan Damerow
Robert Koch-Institut
Prof.in Dr.in Julika Loss
Robert Koch-Institut (RKI)
Dr.in Claudia Hövener
Robert Koch-Institut (RKI)
11:30 - 13:00Fachforum

AGGSE II: Stadtentwicklung: grün- gerecht – gesund! Fachforen der AG Gesundheitsfördernde Gemeinde- und Stadtentwicklung

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten I

Hintergrund und Fragestellung
Die COVID-19-Pandemie mit ihren Bewegungs- und Reiseeinschränkungen zeigt, wie wichtig Parks, Grünanlagen und andere Freiräume für die Menschen in den Städten sind. Der zunehmenden Wertschätzung der Menschen für das urbane Grün steht jedoch eine zunehmende Verdichtung in den Städten gegenüber. Daher stellt sich einmal mehr die Frage, wie gewährleistet werden kann, das urbane Grün so zu erhalten, zu stärken und zu entwickeln, dass es seine wichtigen Funktionen für die Stadtbewohnerschaft (u.a. als Ort der Erholung, Begegnung und Integration sowie Naturerfahrung, Abmilderung der Folgen des Klimawandels, Minimierung von Luft- und Lärmbelastungen) erbringen kann. Dies ist insbesondere in benachteiligten und mehrfachbelasteten Stadtteilen mit oftmals vulnerablen Bewohner*innen relevant.

Vorgehen/Methode
In zwei aufeinander aufbauenden Fachforen sollen die Bedeutung, Sicherung und Entwicklung von urbanem Grün für die Gesundheit insbesondere vulnerabler Bevölkerungsgruppen behandelt werden. Die Verknüpfung von Grün- und Freiraumentwicklung und Public Health im Sinne des „Health in all Policies“-Ansatzes wird sich dabei als „roter Faden“ durch beide Foren ziehen.
In Forum 2 soll es um quartiersbezogene Ansätze einer gesundheitsfördernden Freiraumentwicklung gehen; hierbei werden auch Potentiale des Präventionsgesetzes für die Umsetzung solcher Ansätze diskutiert.

Schlussfolgerungen/Ergebnisse/Lessons Learned.
Diese werden zu der Frage erwartet, wie konkret im Quartier/Stadtteil das urbane Grün hinsichtlich seiner gesundheitsrelevanten Funktionen erhalten, gestärkt und entwickelt werden kann.

Naturerfahrungsräume in Berlin

Im Beitrag wird das Konzept der städtischen Naturerfahrungsräume als neue Grünflächenkategorie vorgestellt und anhand von Beispielen aus Berliner Quartieren aufgezeigt, welche Chancen diese „wilden“ Fläche in der nahen Wohnumgebung, für Kinder und Jugendliche bieten unbeaufsichtigt und ohne Geräte frei zu spielen und mit der Natur in Kontakt zu treten.

Tempelhofer Feld: Nutzungs- und Beteiligungsmöglichkeiten

Das Tempelhofer Feld ist seit 2008 die offizielle Bezeichnung des heute als Park und Freizeitfläche genutzten Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Ein Vertreter der Zivilgesellschaft in der Feldkoordination des Tempelhofer Feldes stellt die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und Nutzer*innen des Feldes sowie Beteiligungsmöglichkeiten zu seiner gemeinwohlorientierten Weiterentwicklung vor.

Fürth bewegt – Ein offenes Bewegungsangebot im Grünen

Es wird das Projekt „Fürth bewegt“ vorgestellt: ein offenes niederschwelliges und kostenfreies Bewegungsangebot mit den Elementen Ernährung und Entspannung in Parks, Grünflächen und auf Wiesen in mehreren Quartieren. Das Projekt wurde als Idee einer AG 2017 in einem Stadtteil gestartet und findet inzwischen täglich in fünf Stadtteilen statt. Die Orga-Gruppe entwickelt das Projekt weiter, bindet neue Projektpartner ein und stellt die Finanzierung sicher.

Kommunale Gesundheitsförderung und Urbanes Grün

Im Beitrag wird aus Sicht einer Krankenkasse erläutert, wie Gesundheitsförderung in der Kommune und urbanes Grün zusammen wirken können.

Themenfelder
  • Kommune   

Beteiligte

Dr.in Natalie Riedel
Universität Bremen
Christiane Bunge
Umweltbundesamt
Dr.in Dörte Martens
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Wilfried Buettner
Verein Tempelhofer Berg e.V.
Eva Göttlein
Projektagentur Göttlein
Maike Schmidt
Techniker Krankenkasse
11:30 - 13:00Fachforum

Der StadtRaumMonitor – ein Instrument für mehr Beteiligung und Intersektoralität in der gesundheitsförderlichen Stadtentwicklung, auch und gerade in Corona-Zeiten

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten II

1) Der „StadtRaumMonitor – Wie lebenswert finde ich meine Umgebung?“ ist ein partizipatives Analyse-Instrument zur Förderung einer gesundheitsfördernden Stadtentwicklung. Fragestellung ist, wie dieses ursprünglich schottische Instrument nach Deutschland übertragen werden und in der kommunalen Praxis eingesetzt werden kann.
2) Das Instrument wird noch bis Frühjahr 2021 in vier Pilotkommunen in Baden-Württemberg (Aidlingen, Plochingen) und NRW (Bochum, Eschweiler) auf seine inhaltliche und strukturelle Passung in realen kommunalen Prozessen getestet. Inhaltlich beschäftigt es sich mit den gesundheitsbezogenen Determinanten des alltäglichen Lebensumfelds. Hier ist auch unmittelbar das Potential des Instruments in der Corona-Krise deutlich geworden, denn die Frage stellt sich mehr denn je: Wie können sich Städte entwickeln, um nicht nur mit Blick auf künftige Pandemien zukunftsfähiger und resilienter zu werden?
3) Der „StadtRaumMonitor“ kann eine stärkere Einbindung der Bevölkerung erreichen und Argumente für eine gesundheitsförderliche Stadt- und Gemeindeentwicklung liefern. Hinsichtlich seiner praktischen Umsetzung hat sich bereits erwiesen, dass das Instrument auch unter Pandemiebedingungen eingesetzt werden kann. Eine Verstetigung in Deutschland wird angestrebt.
4) Ziele sind, das Instrument vorzustellen, Erfahrungen aus der praktischen Erprobung und Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung zu diskutieren und die Teilnehmenden für die Anwendung zu sensibilisieren.

StadtRaumMonitor - Transfer und Pilotierung des schottischen Place Standard Tool in Deutschland

In diesem Beitrag werden Ziele, Hintergrund, Inhalte, Anwendung und Wirkungslogik des „StadtRaumMonitor“ als Instrument einer partizipativen Bedarfsanalyse im Prozess einer gesundheitsförderlichen Stadt- und Gemeindeentwicklung vorgestellt. Ebenso thematisiert werden bereits vorhandene internationale Erfahrungen mit dem Instrument, das unter dem Namen Place Standard Tool ursprünglich aus Schottland stammt, sowie der Prozess der Adaptierung und Pilotierung in Deutschland.

Erfahrungen und Mehrwert des StadtRaumMonitors - Wissenschaft und Praxis im Gespräch

Vertretungen der vier Pilotkommunen schildern in einer Interviewphase ihre Zielsetzungen und Umsetzungserfahrungen mit Fokus auf: a. Aufbau intersektoraler Strukturen, b. Bürgerbeteiligung, c. Gesundheit und Nachhaltigkeit, d. Praktische Anwendung, e. Erreichbarkeit von vulnerablen Gruppen. Dies wird von Landesebene kommentiert und zum Thema „Mehr gesundheitliche Chancengleichheit durch den StadtRaumMonitor als verhältnisorientierten Health in all Policies-Ansatz" wissenschaftlich eingeordnet.

Themenfelder
  • Kommune   

Beteiligte

Christina Plantz
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Dr.in Odile Mekel
Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG.NRW)
Dr. Torben Sammet
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
Prof.in Dr.in Heike Köckler
Hochschule für Gesundheit
Monika Mensing
Landeszentrum Gesundheit NRW
Ekkehard Fauth
Gemeinde Aidlingen
Tabea Reichert
Stadt Bochum
Florian Karnebogen
Stadt Eschweiler
11:30 - 13:00Seminar

Aus dem Elfenbeinturm in die Gesellschaft – Wie funktioniert sozialer Wandel?

Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen

Änderung: Aufgrund von Krankheit wird Marco Bülow nicht an der Veranstaltung teilnehmen.


Die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und gesundheitlicher Chancengleichheit sind seit langem bekannt und seit 25 Jahren werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber nun auf dem Kongress zusammengetragen. Doch die Ungleichheit hat sich nicht verringert. Brennglasartig zeigt die Pandemie nun erneut die Ungleichheiten auf und bedroht die ohnehin benachteiligten Menschen am stärksten.

In den vergangenen Jahren wurde häufig der Wunsch an das Kongressteam herangetragen, sich stärker für den Abbau sozial bedingter Ungleichheiten einzusetzen und sich dafür gesellschaftlich und politisch zu engagieren. Diesem Anspruch kann der Kongress als jährliche Wissenschaftsveranstaltung nicht gerecht werden.

Wohl aber kann der Kongress als Plattform für Vernetzung und als Initialzündung für eine soziale Bewegung dienen. Dafür soll mit dieser Veranstaltung nun der Raum geöffnet werden. Dabei wollen wir uns folgenden Fragen annähern:

Wo stehen wir gerade? Wie politisch ist die deutsche Public Health Community und wie politisch sollte sie sein?

Wie schaffen wir es, unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse zielführend in die Öffentlichkeit zu tragen?

Welche Strukturen braucht es, um etwas bewegen zu können?

Damit wollen wir eine Brücke schlagen – vom Wissenschaftskongress in die Gesellschaft und die Politik. 

Diskussion mit Stefan Pospiech (Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.) (ca. 20 Min.)

Der Einstieg erfolgt im Dialog mit Stefan Pospiech um einmal grundsätzlich darauf zu schauen, wo wir als Public Health Community stehen und selbstkritisch zu hinterfragen, wo wir uns besser aufstellen können und sollten und was es dazu braucht.

Praxisbericht der Initiative Therapeuten am Limit (ca. 20 Min.)

2018 kam es bundesweit zu diversen Protesten der HeilmittelerbringerInnen, die über ihre Not durch schlechte Bezahlung und die Missstände in der Versorgung ihrer Patienten durch viele Brandbriefe berichteten. Den Anfang machte das Aktionsbündnis „Therapeuten am Limit“ und unterstützte die TherapeutInnen, ihren Unmut kundzutun. Wie kam es zu dieser Entwicklung und versteht Politik nur noch die Sprache des Protestes? Was muss sich ändern und welche Erfahrungen haben wir als Aktionsbündnis mit Politik und Presse gemacht. Was muss sich in der Kommunikation zwischen Politik, Wissenschaft und GesundheitsfachberuflerInnen ändern?

Praxisbericht der Initiative Health for Future (ca. 20 Min.)

Der fortschreitende Klimawandel ist nicht nur eine der größten Herausforderungen für die Gesundheit aller, sondern verstärkt auch soziale Ungleichheit auf allen Ebenen.
„Health for Future“ und die „Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit“ setzen sich deshalb dafür ein, Öffentlichkeit, Gesundheitssektor und Politik für die Ursachen und (gesundheitlichen) Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren und transformativen Wandel anzustoßen.

Diskussion (ca. 30 Min.)

Neben Zeit für Rückfragen und eigene Impulse wollen wir abschließend gemeinsam den Blick in die Zukunft richten und Vorschläge zusammentragen, wie wir wirksamer an der Gestaltung des sozialen Wandels teilhaben können.

 

Interessierte, die sich im Nachgang der Veranstaltung noch weiter austauschen oder vernetzen möchten, sind von 13.00-13.45 Uhr herzlich in den Netzwerkraum „Austausch im Anschluss an die Veranstaltung: Aus dem Elfenbeinturm in die Gesellschaft - Wie funktioniert sozialer Wandel?“ eingeladen, welchen Sie unter „Ihre Netzwerktreffen“ finden und dort in Ihr persönliches Programm überführen können.

Themenfelder
  • Gesundheitspolitik   

Beteiligte

Marina Martin
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Stefan Pospiech
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Heiko Schneider
Therapeuten am Limit
Laura Jung
Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit
Maren Janella
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
11:30 - 13:00Fachforum

Wie sozial ist digital? – Digitalisierte Gesundheit in Zeiten von Corona

Persönliche Kompetenzen entwickeln

Digitalisierung bietet durch ihre umfassende gesamtgesellschaftliche Diffusion vielfältige Potenziale und Herausforderungen in fast allen Lebensphasen und -bereichen. Die direkten und indirekten Auswirkungen der Digitalisierung beeinflussen auch soziale und gesundheitliche Zusammenhänge und betreffen somit die Handlungsfelder von Public Health. Durch die dynamischen Wechselbeziehungen zwischen der Digitalisierung und der Gesellschaft werden Möglichkeiten freigesetzt, welche in vielfältiger Weise (re-)strukturierend auf soziale Zusammenhänge wirken.
Die Potenziale und Herausforderungen der Digitalisierung wurden während der Corona-Pandemie an vielen Beispielen (Home-Office, digitaler Schulunterricht, Corona-App etc.) deutlich. Im Rahmen des Forums soll aus unterschiedlichen Perspektiven die Frage diskutiert werden, wie sozial digital ist – ob es sich hierbei um einen Widerspruch handelt oder Synergien möglich sind. Dabei wird insbesondere auf die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie eingegangen. Grundlegende Aspekte der sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit werden adressiert. Zudem werden die Fragen aufgeworfen, inwieweit soziale Netzwerke sowohl Einsamkeit als auch soziale Einbindung verstärken können und welche Kompetenzen im Umgang mit gesundheitsbezogenen digitalen Angeboten erforderlich bzw. vorhanden sind.

Digital Health Divide – Reduktion oder Verstärkung sozialer Ungleichheit durch Digitalisierung?

Die Nutzung digitaler Technologien zu gesundheitsbezogenen Themen ist in der Gesellschaft sowohl horizontal als auch vertikal sozial ungleich verteilt. Dieser Beitrag widmet sich dem aktuellen Forschungsstand zum Thema „Digital Health Divide“ vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Dafür werden internationale Befunde sowie erste Ergebnisse aus der HeReCA-Studie zu Einstellungen und Nutzung digitaler Angebote sowie wahrgenommene Chancen und Risiken von Digital Health präsentiert.

Soziale Netzwerke – Zwischen Einbindung und Einsamkeit

Viele Menschen sehen einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Digitalisierung in unserem Alltag und dem vermeintlichen Anstieg der Einsamkeitsraten. In Zeiten von Corona wurde digitaler sozialer Kontakt jedoch auch regelmäßig als probate Strategie gegen die Entwicklung von Einsamkeit diskutiert. In diesem Beitrag wird die Forschungslage zum Zusammenhang von sozialer Einbindung sowie Einsamkeit und der Nutzung sozialer Online-Netzwerke vorgestellt und kritisch diskutiert.

Digital Health Literacy im Kontext von COVID-19

Interaktion und Umgang mit elektronischen und digitalen Informationen stellen viele Anforderungen an Informationsnutzer*innen. Dies gilt insbesondere seit der Corona-Pandemie, die zeitgleich durch eine Infodemie begleitet wird. Vorgestellt werden die Ergebnisse einer Untersuchung zur digitalen Gesundheitskompetenz und dem Informationssuchverhalten bei Studierenden in Deutschland (n=14.916) als Teil des internationalen COVID-HL Konsortiums.

Themenfelder
  • Digitalisierung   

Beteiligte

Dr. Florian Fischer
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Dr.in Anja Knöchelmann
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Dr.in Susanne Bücker
Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Kevin Dadaczynski
Hochschule Fulda
11:30 - 13:00Fachforum

Rassismus ist kein kulturelles Missverständnis

Gesundheitsdienste neu orientieren I

Während Rassismus als strukturelle soziale Determinante, die tiefgreifende gesundheitliche Ungleichheiten in rassifizierten Communitys verursacht und auch erhebliche Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit diesen Gruppen im Kontext der Gesundheitsförderung und Prävention hat, in breiten Teilen der Welt anerkannt ist, tut sich Europa und insbesondere Deutschland schwer damit, die Tabuisierung von Rassismus aufzubrechen. Stattdessen wird vorwiegend über „kulturelle Differenzen“ geforscht und es werden Konzepte für die berufliche Praxis entwickelt, die selten die gesamten Dimensionen gesellschaftlicher Machtverhältnisse berücksichtigen, in denen interkulturell verstandene Begegnungen stattfinden. Das Reden über Kultur und „kulturelle Differenzen“ entlarvt sich in diesem Sinne als eine Taktik, die das Schweigen über die Strukturen von systemischem Rassismus ermöglicht.

Mit dieser VA möchten wir das „Schweigen“ über Rassismus im Kontext von Gesundheit durchbrechen und eine Diskussion ermöglichen, die folgende Fragen in den Fokus rückt: Wie werden die sich überschneidenden Dimensionen von Rassismus, Macht und Privilegien in der Gesundheitsforschung, bei den Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung in Deutschland reproduziert? Wie profitieren weiße Institutionen vom System der Unterdrückung und der Privilegien aufgrund von Rassismus?

Ziel ist es, erste Ideen für die Entwicklung von rassismus- und machtkritischen Intervention im Kontext von Public Health zu entwickeln.

Die Teilnehmenden werden eingeladen, Beispiele aus ihrer jeweiligen Praxis einzubringen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.

Rassismus ist kein kulturelles Missverständnis

Das Seminar setzt sich mit dem Thema Rassismus als strukturelle soziale Determinante, die tiefgreifende gesundheitliche Ungleichheiten in rassifizierten Communitys verursacht, auseinander und hat sich die Entwicklung von rassismus- und machtkritischen Intervention im Kontext von Public Health zum Ziel gesetzt. Die Teilnehmenden werden eingeladen, Beispiele aus ihrer jeweiligen Praxis einzubringen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.

Themenfelder
  • Migration und Flucht   

Beteiligte

Tanja Gangarova
Deutsche Aidshilfe e.V.
Helene Batemona
Pamoja Afrika e.V. Köln und Afrikanischen Gesundheits- und HIV-Netzwerk in Deutschland (AGHNiD)
11:30 - 13:00Seminar

Global Health Talk (DGPH)

DGPH-Jahrestagung I

Zwei Runden Gespräche in Breakout Rooms über globale Gesundheit.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen sich in Breakout Rooms, die zufällig zusammengestellt werden, auszutauschen. Nach der gegenseitigen Vorstellung im Breakout Room (ca. 10 Minuten) ist Zeit für Gespräche über persönliche Interessen und Fragen im Themenfeld globale Gesundheit in kleinen Gruppen (ca. 20 Minuten). Im Anschluss an zwei Runden von Gesprächen, besteht die Möglichkeit für eine Rückmeldung aus den Breakout Rooms ins Plenum. Ziel der Session ist zu fördern, dass sich Menschen mit einem gemeinsamen Interesse an globaler Gesundheit im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit treffen und kennenlernen.

Raum zum Kennenlernen und Austausch über globale Gesundheit

Themenfelder
  • Globale Gesundheit   

Beteiligte

Dr. Stefan Kohler
Universität Heidelberg
Dr. Bettina Utz
Kreditanstalt für Wiederaufbau Frankfurt
13:00 - 13:45

Mittagspause

13:45 - 15:15Fachforum

Eine Public Health-Strategie für Deutschland: Chancen und Handlungsmöglichkeiten zur Bundestagswahl

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

Die Corona-Pandemie zeigt eindrücklich, wie eng verwoben globale Gesundheit und öffentliche Gesundheit vor Ort sind. Mit der Strategie zur Globalen Gesundheit hat die Bundesregierung im Sommer 2020 ein Konzept vorgelegt, wie sich Deutschland in die Verbesserung der Gesundheit weltweit einbringen will. Diese mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft abgestimmte Strategie ist eine solide Grundlage für das multilaterale gesundheitspolitische Engagement in den nächsten Jahren. Für Deutschland selbst fehlt jedoch ein solches Konzept. Wir möchten mit den gesundheitspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Bundestagsfraktionen darüber ins Gespräch kommen, wie Public Health auch „zuhause“ in Deutschland gestärkt werden kann und welche Rolle eine Public-Health-Strategie dabei spielt. Im Gespräch soll auch das Strategiepapier des Zukunftsforums Public Health vorgestellt und diskutiert werden. Die Veranstaltung findet in Kooperation zwischen dem Kongress Armut und Gesundheit und dem Zukunftsforum Public Health statt.

Podiumsdiskussion

Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen)

Hilde Mattheis (SPD)

Andrew Ullmann (FDP)

Harald Weinberg (Die Linke)

Hajo Zeeb (ZfPH)

Moderation: Maike Voss (SWP)

Themenfelder
  • Gesundheitspolitik   

Beteiligte

Dr.in Svenja Matusall
Zukunftsforum Public Health
Prof. Dr. Hajo Zeeb
Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH
Maike Voss
Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Harald Weinberg, MdB - nur Speaker
DIE LINKE-Bundestagsfraktion
Dr.in Kirsten Kappert-Gonther MdB - nur Speaker
Bündnis 90/Die Grünen
Prof. Dr. Andrew Ullmann MdB - nur Speaker
MdB
Hilde Mattheis MdB - nur Speaker
SPD
Prof.in Dr.in Ute Thyen
UKSH Campus Lübeck
Prof.in Susanne Moebus
13:45 - 15:15Fachforum

Älter werden in Balance: Bewegungsförderung in den Lebenswelten älterer Menschen in Zeiten von Corona – kurzfristig umsteuern, langfristig profitieren

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten I

1. Hintergrund/Fragestellung
Der Auf- und Ausbau bewegungsförderlicher Strukturen für ältere Menschen in Kommunen und Pflegeeinrichtungen steht im Fokus des BZgA-Präventionsprogramms „Älter werden in Balance“, das vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) finanziell unterstützt wird. Im Rahmen komplexer Interventionen wird dieser Strukturentwicklungsprozess in mehreren Modellregionen umgesetzt und von der BZgA u. a. mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt und evaluiert.

2. Projektbeschreibung/Methode
Die Implementierungsstrategie umfasst neben der Auswahl von Umsetzungspartnern u. a. auch Unterstützungsleistungen. Ziel der BZgA ist herauszufinden, welche förderlichen und hinderlichen Faktoren in verschiedenen Kontexten und Settings wirken und inwieweit die Ergebnisse aus den Modellregionen auch auf andere Kommunen und Pflegeeinrichtungen übertragbar sind.

3. Schlussfolgerung/Ergebnisse
Auch wenn zahlreiche Interventionen bereits umgesetzt werden konnten, mussten die Modellregionen in beiden Lebenswelten mit Beginn der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen kurzfristig auf die Zugangsbeschränkungen reagieren. Aus der Krise heraus sind viele kreative und digitale Ansätze zur Gesundheitsförderung und Prävention entstanden, die über die Pandemie hinaus Bestand haben könnten.

4. Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Welche Maßnahmen nachhaltig in den Lebenswelten verankert werden könnten, welche Auswirkungen das auf die Bewegungskultur sowie die Gewichtung von Verhaltens- und Verhältnisprävention haben kann, ist Thema dieses Forums.

Einführung in das BZgA-Präventionsprogramm „Älter werden in Balance“

Zum Auftakt gibt die BZgA einen Einblick in das Präventionsprogramm „Älter werden in Balance“ und stellt die Implementierungsstrategie vor, die neben der Auswahl von Umsetzungspartnern verschiedene Unterstützungsleistungen umfasst, die digital bereitgestellt werden sollen. Ziel der BZgA ist herauszufinden, welche Faktoren in verschiedenen Kontexten wirken und inwieweit die Ergebnisse aus den Modellregionen auf andere Kommunen und Pflegeeinrichtungen übertragbar sind.

Bewegungsförderung in der Lebenswelt Pflege - Herausforderungen im Kontext einer Pandemie positiv gestalten und bewältigen

In der Modellregion Berlin steht die Umsetzung des Gesundheitsförderungsprozesses zur Bewegungsförderung im Fokus. Im Sinne des lebensweltlichen Ansatzes werden verhaltens- und verhältnisbezogene Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen implementiert. Die Maßnahmen werden durch den Partner QVNIA e.V. umgesetzt. Der Beitrag thematisiert elementare Bausteine und pandemiebedingten Umsetzungen. Es soll u. a. betrachtet werden, was aus der Pandemie gelernt und nachhaltig gesichert werden sollte.

Den Herausforderungen in der Lebenswelt Kommune begegnen

In der Gesprächsrunde geben die Projektpartnerinnen einen Einblick in ihre Teilprojekte und den Stand der Maßnahmen zu Beginn und während der coronabedingten Einschränkungen. Welche Erfahrungen sie mit alternativen Ansätzen der Ansprache und des Austauschs gemacht haben, wie sich das auf die Mitwirkung älterer Menschen und kommunaler Akteure auswirkt und welche Überlegungen es gibt, den ggf. langfristig erhöhten Anforderungen zum Infektionsschutz gerecht zu werden, wird hier diskutiert.

Themenfelder
  • Ältere Menschen   

Beteiligte

Claudia Vonstein
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Annalena Bußkamp
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Katja Dierich
Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e.V. - QVNIA e.V.
Andrea Priebe
Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. - AGETHUR
Carolin Becklas
HAGE e.V.
Verena Heier
Deutscher Turner-Bund e.V.
13:45 - 15:15Seminar

Gesundheit – aber nicht für alle? Sozialdarwinistische Diskurse in Zeiten von Corona

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Das mit zwei Beiträgen geplante Fachforum geht der Frage nach, welche Bedeutung öffentliche und fachliche Diskurse sowie konkrete Regelungen während der SARS-CoV-2-Pandemie für den sozialen Status und die Lebenssituation behinderter und alter Menschen in Deutschland bzw. Österreich hatten bzw. haben und ob und in welchen Zusammenhang dies mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise gebracht werden kann.
Andreas Stückler, MA sichtet die Altersdiskurse während der SARS-CoV-2-Pandemie im deutschsprachigen Raum aus alterssoziologischer Perspektive und ordnet diese thesenhaft in ihren ökonomischen Zusammenhang ein.
Die in den Disability Studies forschende Psychologin und Journalistin Dipl.-Psych. Rebecca Maskos (Universität Bremen) zeichnet nach, wie einerseits Diskurse über „Risikogruppen“ geeignet sind, die Ausgrenzung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zu befördern, und was andererseits die realen Gefährdungen für den Alltag von entsprechend gefährdeten Menschen bedeuten können.

Gesellschaftliche Altersdiskurse in der Pandemie - zwischen 'Altersfreundlichkeit' und 'Altersfeindlichkeit'?

In diesem Vortrag werden problematische und widersprüchliche Entwicklungen und Tendenzen auf der Ebene des Altersdiskurses und im Hinblick auf die gesellschaftliche Wahrnehmung älterer Menschen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie diskutiert.

Die Situation behinderter Menschen in der Pandemie – zwischen realen Risiken und Ausgrenzung

Das Corona-Virus befällt alle Menschen unterschiedslos. In seinen Auswirkungen unterscheidet es sich aber je nach Alter und Beeinträchtigung. Zusätzlich zu diesen biologisch gesetzten Unterschieden werden in der Sars-CoV-2-Pandemie Gruppen entlang gesellschaftlicher Zuschreibungen konstruiert. Diese sind Produkte historischer und aktueller Ideologien von Behinderung, Gesundheit und Alter. Die „Risikogruppe“ wird zu einer Kategorie von zu schützenden, aber auch potentiell verzichtbaren „Anderen“, den „Alten und Schwachen“: eine als Minderheit imaginierte Gruppe. Ihnen wird eine „Allgemeinheit“ gegenübergestellt, deren Interessen durch den Schutz der „Risikogruppe“ bedroht werden – auch wenn diese „Allgemeinheit“ kaum weniger durch die Pandemie bedroht ist. Diskurse der Corona-Pandemie verschärfen ohnehin bestehende Tendenzen eines ableistischen „Otherings“ behinderter Menschen zu Gunsten eines als normal und autonom konstruierten, nichtbehinderten Kollektivs. Der Beitrag geht den historischen und gesellschaftlichen Hintergründen dieser Otheringprozesse nach und stellt Lebensrealitäten der zur „Risikogruppe“ zählenden Menschen dar. Damit wird zugleich ein Scheinwerfer auf reale körperliche Varianzen und damit verknüpfte Prozesse von Ausgrenzung und Marginalisierung gerichtet.

Themenfelder
  • Health Inequalities

Beteiligte

Katrin Falk
Institut für Gerontologische Forschung e.V.
Dr. Michael Zander
Hochschule Magdeburg-Stendal
Dr. Andreas Stückler
ÖPIA - Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen
Rebecca Maskos
Hochschule Bremen - University of Applied Sciences
13:45 - 15:15Fachforum

Chancen und Risiken der Digitalisierung in Sport + Gesundheit: Ein (Rück-)Blick auf den Kongress #Sport #Gesundheit #Digital an der TU Kaiserslautern 2020

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten II

Es werden Auswirkungen digitaler Lebenswelten auf die Gesundheit und das Wohlbefinden speziell im Setting Hochschule erörtert. Welche Einflüsse hat die digitale Lehre auf die Gesundheit von Studierenden und wie wird sich die Hochschule zukünftig ausrichten?
Geplant ist eine Diskussion mit dem Publikum: Spannungsfeld Digitalisierung (Fluch oder Segen), damit ist der Rahmen des Forums gespannt.

Digitale Lebenswelten - Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden

In diesem Beitrag werden die Postersession und die Lobbyarbeit des Digital Kongresses in Kaiserslautern #Sport#Gesundheit#Digital inhaltlich aber auch im Hinblick auf die Passung im digitalen Format reflektiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Handlungsorientierung zum Thema Digitalisierung und Gesundheitsförderung an Hochschulen, die im Rahmen des Kongresses vom bundesweiten Arbeitskreis gesundheitsfördernde Hochschulen vorgestellt wurde. Es geht darum, Erfahrungen der Hochschulen zum Thema zusammenzuführen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, Gesundheit als Querschnittsthema auch in digitalen Zeiten mitzudenken.

Lessons Learned aus einem digitalen Kongressformat

Dargestellt werden die Lessons Learned aus dem Kongress #Sport#Gesundheit#Digital im November 2020, der über 300 Teilnehmende erreichte und vom Hochschulsport der TU Kaiserslautern in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse durchgeführt wurde.

Futuring Sport and Health: Sport- und Bewegungsverhalten in digitalisierten Lebenswelten

Digitalisierung als soziales, gesellschaftliches Phänomen führt zu einer drastischen Veränderung des Sport- und Bewegungsverhalten. Der Beitrag nimmt die wesentlichen Transformationen der Digitalisierung in Verbindung mit anderen gesellschaftlichen Trends in den Blick und zeigt die hierin verborgene Veränderungsdynamik für die Sport- und Gesundheitsorganisation auf.

Einblicke in Marketing und Pressearbeit zu einem digitalen Kongress - Dos and Don’ts

Was ist anders und neu bei digitalen Angeboten und Formaten aus Marketingsicht? Funktioniert Pressearbeit wie "immer"? Beide Autoren berichten von ihren Erfahrungen aus der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Kongresses #Sport #Gesundheit #Digital an der TUK. Dargestellt werden die erfolgreichen und weniger erfolgreichen Wege hin zu einem für alle Teilnehmenden guten Kongress aus Sicht von Marketing- und Pressearbeit.

Themenfelder
  • Gesundheit studieren – gesund studieren   

Beteiligte

Dr.in Brigitte Steinke
(im Auftrag der Techniker Krankenkasse)
Dr. Max Sprenger
TU Kaiserslautern
Felicitas Horstmann
Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband
Carolin Müller
freiberufliche Projektberaterin
Oliver Kraus
Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband (adh)
Carlo Dindorf
TU Kaiserslautern
Sabrina Defren
TU Kaiserslautern
Dr. Arne Göring
Georg-August-Universität Göttingen
Bastian Merz
UNISPORT TU Kaiserslautern
Sebastian Kirn
CampusPlus TU Kaiserslautern
13:45 - 15:15Fachforum

Initiativen, Vereine, Versorgungsmodelle zur gesundheitlichen Versorgung sozial benachteiligter Menschen

Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen

Die Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen, dass es bundesweit immer mehr, sehr heterogen konzipierte, finanzierte und organisierte Initiativen, Vereine bzw. Versorgungsmodelle gibt, die versuchen, von Armut, Ausgrenzung, sozialer Benachteiligung und Diskriminierung betroffene Menschen medizinischgesundheitlich zu versorgen. Kennzeichen der Betroffenengruppen ist häufig ein fehlender Krankenversichertenschutz und somit ein erschwerter Zugang zur medizinischen
Versorgung im Gesundheitsregelsystem als Auswirkung einer gesellschaftsstrukturellen Fehl-, Mangel- und Unterversorgung. Es werden einzelne Akteure und Repräsentantinnen über ihre Arbeit in kurzen Beiträgen berichten, um einen Überblick zur diesbezüglich bundesweiten Versorgungssituation zu geben.

Themenfelder
  • Wohnungslosigkeit   

Beteiligte

Prof. Dr. Gerhard Trabert
Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. & Hochschule Rhein Main Wiesbaden
13:45 - 15:15Seminar

Gute Praxis in Zeiten der Corona-Pandemie?!

Persönliche Kompetenzen entwickeln

Drei Beiträge mit anschließender Diskussion.

Zur Bewältigung der Corona-Pandemie werden derzeit seitens der Politik primär direktive Präventionsstrategien „von oben“ festgelegt. Expert*innen der New Public Health, der Sozialen Arbeit und der Gesundheitsförderung halten fest, dass der Soziallagenbezug, die Beteiligung der Bevölkerung sowie weitere Ansätze der Gesundheitsförderung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie kaum Beachtung finden.
Die Good Practice-Kriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit unterstützen Akteure in allen Handlungsfeldern der Gesundheitsförderung, qualitätsorientierte Maßnahmen zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit zu konzipieren und umzusetzen und vermitteln die zentrale Perspektive und Haltung der soziallagenbezogenen, politikfeldübergreifenden und beteiligungsorientierten Gesundheitsförderung.
Was bedeutet „Gute Praxis“ bei der Bewältigung der Corona-Pandemie aus Sicht der Praxis? Welchen Beitrag können die Good Practice-Kriterien zukünftig leisten, um eine gesundheitsfördernde Perspektive in diesem Kontext zu stärken? Und welche Empfehlungen zur Entwicklung und Ausführung gesundheitsfördernder und Präventions-Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie lassen sich ableiten?
Neben Mitgliedern der AG „Qualitätsentwicklung und Good Practice“ beteiligen sich Expert*innen aus der Praxis und geben Einblicke in die Planung und Durchführungen von präventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen in Corona-Zeiten. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Gute Praxis in Zeiten der Corona-Pandemie

Zur Bewältigung der Corona-Pandemie wird seitens der Politik eine eher direktive Präventions-Strategie gewählt, die Ansätze der Gesundheitsförderung kaum berücksichtigt.
Es deutet sich an, dass Menschen in deprivierten Kommunen und Stadtteilen stärker von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind. Die Pandemie verdeutlich die Notwendigkeit einer politikfeldübergreifenden Zusammenarbeit: ist die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet, so sind auch andere Lebensbereiche betroffen.

Maßnahmen zum Umgang mit Corona bedarfsgerecht planen – Erfahrungen aus der Gesundheitsregion plus Erlangen-Höchstadt & Erlangen

In der Gesundheitsregionplus Erlangen-Höchstadt & Erlangen wurde auf die Herausforderungen in Folge der Corona-Pandemie reagiert. Innerhalb des Netzwerkes wurde eine Befragung durchgeführt und eine Arbeitsgruppe „Lernen aus Corona“ gebildet, die die Entwicklung einer regionalen Austauschplattform zum Ziel hat. In einem nächsten Schritt stehen die Nachbarschafts- und Mittlernetzwerke der Projekte im Fokus, direkt vor Ort bei der Bewältigung der Folgen der Pandemie unterstützen zu können.

Bremer Quartiere bei der Bewältigung der Corona-Pandemie gezielt unterstützen

In der Stadtgemeinde Bremen waren einzelne Stadtteile in der sogenannten zweiten Welle der Corona-Pandemie besonders betroffen. Der Bremer Senat reagierte mit einem Aktionspaket, um die Pandemie-Bekämpfung zu unterstützen und soziale Folgen abzumildern. Es beinhaltet ressortübergreifende Unterstützungsleistungen im Quartier, wie z.B. den verstärkten Einsatz von Sozialarbeit*innen, Gesundheitslots*innen und Sprach- und Kulturvermittler*innen sowie die Qualifizierung von Ansprechpersonen vor Ort.

Themenfelder
  • Qualitätsentwicklung   

Beteiligte

Holger Kilian
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
Iris Grimm
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Jennifer Hartl
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
Helene Luig-Arlt
Büro für Stadtteilmanagement
Dr. Andreas Mielck
Helmholtz Zentrum München (bis Ende 2020)
Sebastian Gmehling
Gesundheitsregion plus Landkreis Erlangen-Höchstadt
Deborah Pfeiffer
Stadt Erlangen
Nicole Tempel
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. in Koop. mit der LV
Aykut Taşan
Freie Hansestadt Bremen
Helle Bethke
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Sophia Backa
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
13:45 - 15:15Fachforum

Konvergenz gesundheitlicher Krisen: Corona-Pandemie als Transformationsmotor für die pflegerische Versorgung?

Gesundheitsdienste neu orientieren I

Das Jahr 2020 ist für die Pflegeberufe von besonderer Bedeutung: Erstens hat die Weltgesundheitsorganisation 2020 zum weltweiten Jahr der professionell Pflegenden und Hebammen erklärt, um die Leistungen dieser Berufe für die globale Gesundheitsversorgung hervorzuheben und auf den eklatanten Fachkräftemangel hinzuweisen. Zweitens rückte die Corona-Pandemie die berufliche Pflege nunmehr als sogenannten „systemrelevanten Beruf“ in den Fokus medialer Berichterstattung sowie politischer und gesellschaftlicher Diskussionen.

Drohender Systemkollaps oder „normaler Wahnsinn“? Empirische Ergebnisse zu Herausforderungen und Belastungen in der pflegerischen Versorgung während der Corona-Pandemie aus der Sicht von Leitungskräften

Welche Herausforderungen nehmen Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte in Zeiten der Corona-Pandemie wahr, wie belastend sind sie und wie bewältigen sie diese? Es wurden bundesweit 525 Leitungskräfte aus ambulanten und stationären Pflege- und Hospizeinrichtungen befragt. Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg an Herausforderungen und pandemiebedingten sowie sich gegenseitig bedingenden Belastungen. Diese werden vornehmlich durch Mehrarbeit und Zusatzaufwand bewältigt.

Krise in der Krise: Pflege in Zeiten von Corona vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Solidarität

Obwohl drei Viertel der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld versorgt werden, war die häusliche Pflege während der Corona-Pandemie im politischen und gesellschaftlichen Diskurs nur unzureichend vertreten. Vor diesem Hintergrund werden auf theoretisch-konzeptioneller Ebene Herausforderungen für die professionell und informell Pflegenden aufgegriffen. Dabei wird die Bedeutung sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Solidarität für Pflegende und Pflegebedürftige diskutiert.

Lobbyarbeit im Krisenmodus: Kann die berufliche Pflege Interessenvertretung?

Trotz relativer Marktmacht der Pflegenden aufgrund des Fachkräftemangels und anerkannter Systemrelevanz, werden VertreterInnen der Pflege ungenügend in Entscheidungsprozesse einbezogen, wenn pflegefachliche Fragestellungen in politische Entscheidungen überführt werden. Die Gründe sind komplex und auf vielerlei Ebenen zu finden, was wir anhand einer Delphi-Befragung und von Betriebsfallstudien aufzeigen werden. Zudem möchten wir Ideen für eine wirksame kollektive Interessenvertretung diskutieren.

Wie gewinnen und halten wir (systemrelevantes) Pflegepersonal? Attraktivität von Arbeit in der Pflege vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie

Wir untersuchen die Berufswahl von SchülerInnen, die Attraktivität von Pflegestellen und den Berufsausstieg von Pflegekräften anhand administrativer und umfragebasierter Daten, darunter ein eigener faktorieller Survey unter aktiven und ehemaligen Pflegekräften. Wir diskutieren Handlungsempfehlungen für alle drei Bereiche. Der Lohn spielt in allen Bereichen eine signifikante Rolle; teilweise ließe sich aber die Attraktivität der Pflege mit anderen Stellschrauben effizienter steigern.

Themenfelder
  • Digitalisierung   

Beteiligte

Isabelle Riedlinger
Hochschule Esslingen
Dr. Florian Fischer
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Dr.in Kira Hower
Universität zu Köln
Lea Raiber
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Nora Lämmel
Hochschule Esslingen
Martin Kroczek
Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung
13:45 - 15:15Seminar

Health in all Policies: Die Klimakrise als Herausforderung für Public Health (DGPH & KLUG)

DGPH-Jahrestagung I

Health in all Policies: Die Klimakrise als Herausforderung für Public Health (gemeinsame Veranstaltung von der DGPH und KLUG)

Bei jeder Jahrestagung greift die DGPH ein anderes Thema zu Health in all Policies auf und bringt Expert*innen aus Public Health und dem spezifischen Policy-Bereich zusammen.
In diesem Jahr steht das Thema Klimakrise und Public Health im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Deutschen Allianz Klimawandel & Gesundheit (KLUG) wird dazu eine Veranstaltung organisiert.

Die Klimakrise ist eine existenzielle Bedrohung der Menschheit. Sie ist eine zentrale Herausforderung für die globale Gesundheit. Sie droht, wenn ihr nicht rechtzeitig und grundlegend gegengesteuert wird, auch die enormen Fortschritte der letzten Jahrzehnte in der globalen Gesundheit zunichte zu machen.

Im Gesundheitsdiskurs, auch in Public Health, spielte das bislang eine zu geringe Rolle. Ziel der Veranstaltung ist es, konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen für Public Health aufzuzeigen. Die Veranstaltung gliedert sich in vier Workshops zu den Themen:

- Klima und Public-Health-Lehre
- Klima und ÖGD
- Klima und Medizin(studium)
- Klima und Health in all policies

Material zur Vorbereitung für alle:
Prof. Claudia Traidl-Hoffmann: Wie der Klimawandel unsere Gesundheit beeinflusst:
https://youtu.be/Qs_RkBLkv-o

Vortrag von Dr. Gregor Hagedorn (Scientists for Future):
https://www.youtube.com/watch?v=JNpjBst3TWA

Traidl-Hoffmann, Claudia: Klima und Gesundheit: Klimaresilienz – Weg der Zukunft. Dtsch Arztebl 2020; 117(33-34): A-1556 / B-1332:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/215039/Klima-und-Gesundheit-Klimaresilienz-Weg-der-Zukunft


Ablauf:
13:45: Begrüßung und Einführung in die Workshops

14:00 Parallele Workshops

1) Klimakrise und Public-Health-Lehre
2) Klimakrise und Öffentlicher Gesundheitsdienst
3) Klimakrise und Medizin
4) Klimakrise und Health in all policies

14:45: Gemeinsame Diskussion der Ergebnisse

 

1) Klima und Public-Health-Lehre

Extremwetterereignisse, Hitzestress, vermehrte Allergien, neuartige Infektionskrankheiten: die Bedrohungen unserer Gesundheit durch den Klimawandel sind vielseitig. Mit ihnen steigen auch die Anforderungen an unser Gesundheitssystem. Doch sind wir ausreichend auf diese vorbereitet? Als interdisziplinäres und anwendungsorientiertes Fachgebiet kommt Public Health hier eine besondere Rolle zu. Gemeinsam mit den Teilnehmenden des Workshops soll diese Rolle reflektiert werden sowie Herausforderungen und Potenziale in der Lehre diskutiert werden.
Für Interessierte zur Vorbereitung für diesen Workshop:
What has the environmental movement accomplished since the first Earth Day in 1970? Where is the movement headed? Gina McCarthy, president and CEO of the Natural Resources Defense Council and chair of the Board of Advisors at the Harvard Center for Climate, Health, and the Global Environment (C-CHANGE), reflects on the strides we’ve made and the need to frame climate change as a public health crisis going forward.
https://soundcloud.com/harvardpublichealth/confronting-the-climate-crisis-earth-day-at-50

Organisation: Forschungs- und Transferzentrum für Nachhaltigkeit und Klimafolgenmanagement (FTZ-NK) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW)

2) Klima und ÖGD

Die Bewältigung der Klimaerwärmung ist eine gesellschaftliche Herausforderung von nie dagewesener Dimension. Ohne Handeln setzten wir Gesundheit und Lebensgrundlagen – und die Demokratie – aufs Spiel. Es werden jetzt Maßnahmen benötigt, die integriert, koordiniert und strategisch vorangetrieben werden müssen. Derzeit scheint jedoch weder auf globaler noch auf nationalen Ebenen der politische Willen zu bestehen, effektive Maßnahmen auf den Weg zu bringen.
Daher kommt Entscheidungsträgern/innen auf lokaler Ebene eine maßgebliche Bedeutung zu, die Bevölkerung auf die Folgen der Klimaerwärmung vorzubereiten und vorbeugende gesundheitsbezogene Maßnahmen einzuleiten (Adaptation). Insbesondere in den Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, in Kooperation mit andere kommunalen Organisationsformen, müssen lokal geeignete Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden um die Auswirkungen der Klimaerwärmung zu vermindern (Mitigation).

Organisation: Kreisgesundheitsamt, Landkreis Nordfriesland

3) Klima und Medizin(studium)

Die Auswirkung der Klimakrise wird die Medizin grundlegend verändern. Mediziner*innen müssen sich darauf vorbereiten und stehen gleichzeitig in der Verantwortung, das Voranschreiten der Klimakrise aufzuhalten, um noch schwerwiegendere gesundheitliche Auswirkungen abzudämpfen. In diesem Workshop wollen wir erörtern, welche Aus- und Weiterbildungsformen es braucht, um diesen Veränderungen gerecht zu werden und welche Formate sich eignen, um nicht nur zu informieren, sondern auch Handeln zu initiieren.

Organisation: Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.

4) Klima und Health in all policies

Durch den Klimawandel wird es auch in Deutschland zu intensiveren und länger anhaltenden Hitzeperioden kommen. Diese wirken sich nicht nur auf Landwirtschaft, unsere Wälder und die Wasserversorgung aus, sondern ganz grundlegend auf unsere Gesundheit. Durch Hitzewellen werden Dehydrierung, Hitzschlag sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunehmen; auch die Entstehung von bodennahem gesundheitsgefährdendem Ozon wird begünstigt. Vulnerable Gruppen trifft dies besonders hart; z.B. bei Pflegebedürftigen ist eine gesteigerte Morbidität nachgewiesen. Auch einkommensschwache Menschen sind stärker von den gesundheitlichen Auswirkungen von Hitzewellen betroffen, etwa weil sie an viel befahrenen Straßen oder in günstigeren Dachgeschosswohnungen leben.
Um gesundheitlichen Schäden durch den Klimawandel vorzubeugen bzw. diese zu minimieren, sollte auf Landes- und Bundesebene ein konsequenter Health in all policies-Ansatz verfolgt werden. Demzufolge wird Gesundheit nicht als ausschließliche Angelegenheit der Gesundheitspolitik, sondern als gesamtgesellschaftliche und politikfeldübergreifende Aufgabe verstanden und wahrgenommen. In unserem Workshop wollen wir diskutieren, wie der Health in all policies-Ansatz in praktische Politik umgesetzt werden kann, welche maßgeblichen Hürden dabei überwunden werden müssen und welche Potentiale der Umsetzung insbesondere in der Corona-Pandemie liegen.

Zur Vorbereitung:
https://zukunftsforum-public-health.de/download/health-in-all-policies-entwicklungen-schwerpunkte-und-umsetzungsstrategien-fuer-deuschland/?wpdmdl=2770&refresh=60421d9b799e11614945691

Themenfelder
  • Klimawandel und Gesundheit   

Beteiligte

Prof. Dr. Ansgar Gerhardus
Universität Bremen & Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH)
Dr. Martin Herrmann
Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG)
Dr. Dieter Lehmkuhl
KLUG e.V.
Maike Voss
Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Prof. Dr. Walter Leal
HAW Hamburg
Juliane Bönecke
HAW Hamburg
Derya Taser
HAW Hamburg
Dr. Peter Tinnemann
Charité
Laura Jung
Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit
Sophie Gepp
Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG)
Dr.in Kirsten Kappert-Gonther MdB - nur Speaker
Bündnis 90/Die Grünen
15:15 - 15:30

Pause

15:30 - 17:00Fachforum

Abschlussveranstaltung

Zentrale Veranstaltungen

Aus der Krise zu Health in All Policies: wie konkret?

Für die Bundespolitik:

  • Rudolf Henke, für die CDU-Bundestagsfraktion
  • Harald Weinberg, für die Linke-Bundestagsfraktion

Für die Landespolitik:

  • Carla Kniestedt, für Bündnis 90/die Grünen Brandenburg
  • Thomas Isenberg, für die SPD-Fraktion Berlin

 

Schlusswort: Kongressteam

 

Moderation:

  • Prof.in Dr.in Gesine Bär, Alice Salomon Hochschule und
  • Tanja Gangarova, Deutsche Aidshilfe Berlin
Themenfelder
  • Gesundheitspolitik   

Beteiligte

Das Kongress-Team
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Tanja Gangarova
Deutsche Aidshilfe e.V.
Prof.in Dr.in Gesine Bär
Alice Salomon Hochschule Berlin
Rudolf Henke MdB - nur Speaker
CDU / CSU Bundestagsfraktion
Harald Weinberg, MdB - nur Speaker
DIE LINKE-Bundestagsfraktion
Carla Kniestedt
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Brandenburger Landtag
Thomas Isenberg - nur Speaker
SPD-Fraktion Berlin

Foto aus dem Lichthof an der TU Berlin

Foto: André Wagenzik