9 days to go
16. - 18. März 2021
Dauer: 3 Tage
virtuell
1215 Teilnehmende

Herzlich Willkommen

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Foto: André Wagenzik

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Der Kongress Armut und Gesundheit schafft seit 1995 ein kontinuierliches Problembewusstsein für gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland. Einmal im Jahr kommen hier Akteur:innen aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik, Praxis und Selbsthilfe zusammen. Dabei problematisieren wir die gesellschaftlichen Strukturen und diskutieren Veränderungspotenziale. Aktuelle Forschungsergebnisse werden ebenso vorgestellt und vertieft wie neue Strategien, Lösungsansätze und Erfahrungen aus der Praxis. 

Mit dem Engagement aller Akteur:innen und Teilnehmenden des Kongresses erfährt eine heterogene Gruppe von Menschen eine Lobby, die oftmals wenig Unterstützung erhält.

Kongressprogramm

08:00 - 09:15Seminar

Treffen der Fachbereiche der DGPH: Gesundheit und Arbeit

DGPH-Jahrestagung I

Im Rahmen des Fachbereichstreffens werden letzte vorbereitende Regelungen getroffen zum Fachforum „Vulnerable Beschäftigtengruppen“ das am 17.03.2021 09:30 - 11.00 stattfinden wird.

Weiterhin werden Ideen und Vorschläge gesammelt für eine Beitragsreihe in der Zeitschrift „sicher ist sicher“ zum Schwerpunkt „Schnittstellen von Arbeit und PH“. Sie können auch gerne weitere Themen einbringen.

Beteiligte

Prof.in Dr.in Gudrun Faller
Hochschule für Gesundheit
Prof.in Dr.in Eva-Maria Bitzer
Pädagogische Hochschule Freiburg
08:00 - 09:30Seminar

Treffen der Fachbereiche der DGPH: Public Mental Health

DGPH Jahrestagung II

Zentrales Anliegen des Fachbereichs ‚Public Mental Health‘ der DGPH ist es, das noch junge Fach in seiner Interdisziplinarität über das gesamte Spektrum der psychischen Gesundheit hinweg abzubilden und den Diskurs im Spannungsfeld von Public Health, psychiatrischer Epidemiologie, psychischer Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgungsforschung zu fördern, um sein innovatives Potential in Forschung, Lehre und Praxis auszuschöpfen.

Die Ziele des Fachbereichs lauten wie folgt: 1) Etablierung und Vertretung der Teildisziplin Public Mental Health im Fachgebiet Public Health; 2) Informationen zu aktuellen Themen und Veranstaltungen im Bereich Public Mental Health; 3) Horizontale Vernetzung mit Fachbereichen und Arbeitsgruppen von anderen Fachgesellschaften; 4) Austausch und Aufbau von Kapazitäten im Bereich der Forschung, Lehre und Praxis und 5)  Vertretung der Teildisziplin Public Mental Health der DGPH bei nationalen und internationalen Kongressen und Vernetzung mit internationalen Partnern

Das geplante Treffen des Fachbereichs soll primär dazu dienen Aktivitäten im kommenden Jahr zu diskutieren und planen, um den Fachbereich in seiner Zielsetzung voranzubringen. Dazu können die folgenden Aktivitäten zählen:  1) Förderung des Austauschs zwischen Wissenschaft, Praxis, Politik und relevanten Zielpopulationen, sowie Organisation von Veranstaltungen (Symposien, Workshops und Seminare); 2) gemeinsame Veranstaltungen mit Fachbereichen und Arbeitsgruppen von anderen Fachgesellschaften; 3)  Information und Austausch zwischen den Mitgliedern des Fachbereichs durch regelmäßige Fachbereichstreffen und einen gemeinsamen Emailverteiler; 4) erneute Organisation des Fachforums Public Mental Health beim Kongress Armut und Gesundheit; 5) Vertretung der Teildisziplin Public Mental Health der DGPH bei internationalen Kongressen und Vernetzung mit internationalen Partnern

Interessierte sind herzlich eingeladen das Treffen des Fachbereichs zu besuchen und weitere Ideen, Wünsche und Schwerpunkte vorzuschlagen und in den Fachbereich einzubringen.

Beteiligte

Prof. Dr. Ulrich Reinighaus
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI)
Prof.in Dr.in Steffi G. Riedel-Heller
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät
08:00 - 09:30Seminar

Treffen der Fachbereiche der DGPH: Forschung

DGPH Jahrestagung III

Seit Anfang 2021 wird der Fachbereich Forschung durch die neuen Sprecher, Frau Dr. Dini und Herrn Prof. Dr. Wienert vertreten. Bisherige Aktivitäten sollen weiter fortgeführt und durch neue ergänzt werden. Weiterhin werden von zentraler Bedeutung die zehn Public Health Kernbereiche (Essential Public Health Operations; EPHO), die Strategie des Zukunftsforum Public Health sowie die Priorisierungsliste von Public Health Forschungsthemen der DGPH sein, um weitere Aktivitäten und Zielsetzungen auszuarbeiten. Es werden die bisher geplanten Arbeitsinhalte des Fachbereichs für das Jahr 2021 vorgestellt und mit den Fachbereichsmitgliedern ausgearbeitet. Einen besonderen Stellenwert soll dabei die interne und externe Vernetzung einnehmen; d.h. innerhalb der DGPH sowie mit der Public Health Community. Exemplarisch möchte der Fachbereich Ideen für Stellungnahmen aus der DGPH heraus und damit verbundene aktuelle und zukünftige Kooperationen sammeln. Die Sprecher des Fachbereichs freuen sich auf einen regen Austausch mit interessierten Mitgliedern. Weitere Vorschläge für die Fachbereichssitzung können Sie im Vorfeld gerne an forschung@dgph.info senden.

Beteiligte

Dr.in Lorena Dini
Dr. Julian Wienert
09:30 - 11:00Fachforum

Zentrale Eröffnungsveranstaltung

Zentrale Veranstaltungen

Der Kongress Armut und Gesundheit wird eröffnet durch:

·       Jens Spahn, MdB, Bundesminister für Gesundheit und Schirmherr des Kongresses (per Videobotschaft)

·       Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Paritätischer Gesamtverband und Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

·       Prof. Dr. Martin Dietrich, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

·       Prof. Dr. Ansgar Gerhardus, Universität Bremen und Deutsche Gesellschaft für Public Health

 

Im Anschluss gibt es einen einführenden Beitrag (Keynote) „Brennglas Pandemie“ auf sozial bedingte Ungleichheiten

·       Prof. Dr. Heinz Bude, Universität Kassel

 

Zu den Inputbeiträgen diskutieren wir zu: “wie kommen wir zu Health in All Policies?” mit:

·       Prof. Dr. Ilona Kickbusch, Kickbusch Health Consult

·       Dr. Claudia Hövener, Robert Koch-Institut

·       Maike Voss, Stiftung Wissenschaft und Politik

 

Die Eröffnungsveranstaltung wird moderiert durch: Dr. Julia Waldhauer, Robert Koch-Institut und Stefan Pospiech, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Themenfelder
  • Gesundheitspolitik   

Beteiligte

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock
Der Paritätische Gesamtverband e.V.
Prof. Dr. Martin Dietrich
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Prof. Dr. Ansgar Gerhardus
Universität Bremen & Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH)
Prof. Dr. Heinz Bude
Universsität Kassel
Prof.in Dr.in Ilona Kickbusch
Kickbusch Health Consult
Maike Voss
Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Dr.in Claudia Hövener
Robert Koch-Institut (RKI)
Dr.in Julia Waldhauer
Robert Koch-Institut
Stefan Pospiech
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
11:00 - 11:15

Pause

11:15 - 12:45Fachforum

Auftakt zum Schwerpunkt Frühe Hilfen_Corona_Krise: Was lernen wir daraus?

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

(1) Die umfassenden Maßnahmen und Regelungen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus wirken sich vor allem auf Familien aus, insbesondere auf Familien in belastenden bzw. prekären Lebenslagen. Unterstützungsangebote konnten/können nicht in gewohnter Form fortgeführt werden. Fachkräfte mussten zum einen selber mit den Veränderungen fertig werden und zum anderen Wege finden, wie sie weiterhin ihr Angebot für die Familien aufrechterhalten können.
(2) Es werden Studien und Stellungnahmen zur Situation von Familien und Fachkräften in den Frühen Hilfen vor dem Hintergrund der Corona-Beschränkungen vorgestellt.
(3) Die präsentierten Studienergebnisse und Stellungnahmen zeigen, dass viele Bemühungen unternommen wurden/werden, um Familien auch weiterhin zu erreichen und zu unterstützen. Allerdings zeigt sich auch, dass gerade Familien und ihre Kinder mit einem hohen und dringenden Unterstützungsbedarf in Krisenzeiten noch mehr aus dem Blick geraten.
(4) Die Ergebnisse werden mit den Forums-Teilnehmenden diskutiert. Dabei soll es nicht nur um eine Bestandsaufnahme und Analyse dieser Verhältnisse zur Corona-Krise gehen, sondern auch um die "lessons learned" für die Zukunft. Die Diskussion zu den Frühen Hilfen soll über diese Auftaktveranstaltung hinaus in weiteren Foren und Workshops des NZFH fortgeführt werden. Dabei geht es u.a. um innovative kommunale Angebote, Online-Beratung oder Online-Lernangebote.

Frühe Hilfen in Corona Zeiten

Die Corona-Pandemie hat große Auswirkungen auf die Frühen Hilfen: Einerseits steigt der Unterstützungsbedarf von Familien, andererseits können Fachkräfte, deren Unterstützung auf persönlichem Kontakt beruht, dem erhöhten Bedarf mit ihrem gewohnten Rüstzeug nicht mehr decken. Sie müssen mit neuen Modellen der „Hilfe auf Distanz“ reagieren. Ausgehend von NZFH-Erkenntnissen soll diskutiert werden, welche Herausforderungen bewältigt werden müssen und welche Gelingensbedingungen identifizierbar sind.

Umsetzung von HiaP (insbesondere in den Frühen Hilfen) in Corona Zeiten

Der Beitrag skizziert, inwiefern es (nicht) gelungen ist den Ansatz health in all policies - insbesondere in den Frühen Hilfen - in der Corona-Pandemie umzusetzen.

Gruppenbild ohne (arme) Kinder

Vorstellung und Diskussion der Streitschrift "Corona-Chronik - Gruppenbild ohne (arme) Kinder".

Themenfelder
  • Frühe Hilfen   

Beteiligte

Jörg Backes
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Mechthild Paul
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Prof.in Dr.in Ute Thyen
UKSH Campus Lübeck
Dr.in Antje Richter-Kornweitz
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Ilona Renner
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
11:15 - 12:45Seminar

Eine übersehene Hochrisikogruppe - Infektionsprävention und gesundheitliche Versorgung ohne ein eigenes Zuhause

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

Hintergrund/Fragestellung:
Im März 2020 kam der Lockdown und wurde zu einem Lock-Out für all die Menschen, die über keinen eigenen Schutzraum verfügen. Wohnungslose Menschen, die von Ausgrenzung und Stigmatisierung betroffen sind und die durch starke gesundheitliche Mehrfachbelastungen zu den Hochrisikogruppen zählen, brauchen besonderen Schutz.
Wie können sie sich schützen? Wie sieht Infektionsprävention auf der Straße aus?
Projektbeschreibung:
Die von der Regierung angeordneten Kontaktverbote, sowie die gebotenen hygienischen Schutzmaßnahmen sind mit den Lebensumständen wohnungsloser Menschen nur schwer vereinbar. Die Einrichtungen und Hilfen im Wohnungsnotfall mussten ihre Angebote entsprechend der Empfehlungen des RKI und der Gesundheitsbehörden einschränken und umstellen. Insbesondere medizinische Angebote, die stark auf ehrenamtliche Mitarbeit von Ärztinnen und Ärzte angewiesen sind, mussten ihre Arbeit zum Teil reduzieren oder einstellen.
Schlussfolgerungen:
Die Bedeutung von Gesundheitsförderung und –versorgung am Rande der Gesellschaft muss überdacht werden. Forderungen an Politik, Verwaltung und nicht zuletzt an die Gesellschaft werden gestellt.
Diskussionsbeitrag:
An drei Beispielen soll dargestellt werden, welche Erfahrungen in der Corona-Pandemie in der Wohnungsnotfallhilfe gesammelt wurden. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf die wohnungslosen Menschen, aber auch auf die Mitarbeitenden werden erörtert.

Krisenalltag in der Wohnungsnotfallhilfe in NRW

Das Land NRW stellte zwar angesichts der Corona-Krise ein Notfallpaket für die Akutversorgung von obdachlosen Menschen bereit, doch neben den finanziellen Mehrbelastungen wurde deutlich, was eine Pandemie für Auswirkungen auf die wohnungslosen Menschen und das Hilfesystem hat. Gerade in den stationären Einrichtungen zeigte sich, dass die Regelungen des Landes und die Empfehlungen, z.B. des Robert Koch-Institutes nicht eingehalten werden können.

Das schnelle Handeln in Hambug - eine Bilanz

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie ausgrenzt Menschen ohne eigene Wohnung sind. Viele Hilfseinrichtungen von freien Trägern und ehrenamtlichen Helfer*innen kamen schlagartig zum Erliegen. Die Stadt Hamburg griff schnell ein und entwickelte in Abstimmung mit den Trägern und Akteuren des Hilfesystems Maßnahmen zur weiteren Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus und Anpassungen im Hilfesystem für obdachlose Menschen. Was hat sich bewährt? Was muss zukünftig passieren? Was haben wir gelernt?

Gesundheitliche Versorgung wohnungsloser Menschen in Krisenzeiten – ein bundesweiter Blick

Für viele wohnungslose Menschen war und ist die Pandemie mit all den eingeschränkten Angeboten und Versorgungsstrukturen krankheitsverstärkend. Die Gefahr der Vereinsamung und Verwahrlosung nehmen zu. Die Suche nach Lösungen erfordert hohes personelles Engagement. Was wurde in dieser Krise sichtbar? Wo ist dringender Handlungsbedarf? Ein Blick in das Bundesgebiet zeigt was nötig ist.

Themenfelder
  • Wohnungslosigkeit   

Beteiligte

Sabine Bösing
Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.
Jan Orlt
Ev. Fachverband Wohnungslosenhilfe RWL
Andrea Hniopek
Caritasverband für das Erzbistum Hamburg e.V.
Werena Rosenke
Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAGW)
11:15 - 12:45Fachforum

Auftaktveranstaltung für "Gesundheitsfördernde Lebenswelten"

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten I

In dieser Auftaktveranstaltung werden Theorie und Praxis miteinander verbunden und exemplarisch einzelne Lebenswelten einbezogen.

Theorie-Teil: Die Rolle kontextueller Merkmale für die Erklärung sozial bedingter Ungleichheiten in der Gesundheit: Exemplarische Einblicke aus der Kita und dem Gesundheitssystem

Die Rolle kontextueller Merkmale für die Erklärung sozial bedingter Ungleichheiten in der Gesundheit: Ein Lebensphasenansatz

Hintergrund: Die Gesundheit junger Menschen ist eng mit ihrer sozialen Herkunft verknüpft. Während unzählige Studien gesundheitliche Ungleichheiten beschreiben, wurden die zugrundeliegenden Mechanismen seltener erforscht. Bislang ist nur wenig über erklärende Faktoren auf der Kontextebene bekannt. So ist davon auszugehen, dass die Merkmale institutioneller Kontexte (z.B. der KITA, Schule, Ausbildungsstätte) in Bezug auf Infrastruktur, Komposition, Typ und Qualität einen unabhängigen, über die Individualebene hinausgehenden Beitrag zur Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten leisten.

Projektbeschreibung: Die Forschungsgruppe geht über die bisherige Forschung hinaus, indem sie a) einem strikten Lebensphasenansatz folgt, der die Besonderheiten der jeweiligen Lebensphasen berücksichtigt, und b) das Zusammenspiel zwischen jungen Menschen und den institutionellen Kontexten betrachtet, in denen sie leben und handeln.

Ergebnisse: Das Fachforum wird 1) die bisherige Evidenz über die Rolle der einzelnen institutionellen Kontexte für gesundheitliche Ungleichheiten von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter systematisch zusammenzufassen und 2) erste empirische Ergebnisse vorstellen ob und wie die wichtigsten institutionellen Kontexte mit der Entstehung gesundheitlicher Ungleichheiten verbunden sind.

Diskussionsbeitrag: Nur eine breite Wissensbasis über die Ursachen dieser Ungleichheiten auf Individual- und Kontextebene ermöglicht es, gesundheitliche Ungleichheiten bei jungen Menschen umfänglich erklären und die Entwicklung evidenzbasierter effektiver Mehrebeneninterventionen unterstützen zu können.

Praxisteil

a) Ene mene muh und raus bist Du… Kita-Alltag in Pandemiezeiten als Erziehungs- und Bildungspartner gestalten

Der erste Teil des Beitrages wird sich der wissenschaftlichen Einordnung und den elementaren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung armutssensibler Kooperationsbeziehungen zwischen Fachkräften und Eltern widmen. Anhand von Beispielen werden vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) Herausforderungen dargestellt, die sich seit Beginn der Corona-Pandemie in der Fachpraxis stell(t)en.

(1) Hintergrund/Fragestellung
Dem Setting Kita wird mit Blick auf das frühzeitige Herausbilden von gesundheitlich bedeutsamen Verhaltensweisen, aber auch aufgrund der besondere Möglichkeiten der familiären Förderung, für das gesunde Aufwachsen eine bedeutsame Rolle zugeschrieben. Die Pandemie hat insbesondere im Hinblick auf in Armut lebende Familie deutlich gezeigt, wie wichtig die Ausgestaltung der Beziehung zwischen Fachkräften und Eltern ist, aber auch, welche im System angelegten Logiken dringend neues Denken und Handeln erfordern.

(2) Projektbeschreibung/Methode
Aufbauend auf einer wissenschaftlichen Einordnung werden anhand von Beispielen Herausforderungen dargestellt, die sich seit Beginn der Corona-Pandemie in der Fachpraxis stell(t)en.

(3) Schlussfolgerung/Ergebnisse
Fachkräfte stehen vor großen Herausforderungen und müssen heterogenitätssensibel armutssensibel den Dialog mit Familien unter erschwerten Bedingungen gestalten. Hier lassen sich verschiedene Strategien für eine gelingende Zusammenarbeit aufzeigen. Die Thematisierung der bestehenden Machtverhältnisse zwischen Eltern und Fachkräften, die Sensibilisierung für unterschiedliche Lebenslagen, die Sicherstellung von Partizipation und Transparenz im Kita-Alltag sowie „Unterstützersysteme“ für Fachkräfte nehmen dabei eine Schlüsselstellung ein.

(4) Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Die Beiträge sollen am Ende mit den Teilnehmenden in Kleingruppen (breakout rooms) reflektiert werden. Dabei sollen eigene Erfahrungen eingebracht werden, Herausforderungen und Modelle guter Praxis benannt werden.

b) Teilhabebarrieren ‚Sucht‘ und ‚psychische Erkrankung‘ in der Arbeit mit wohnungslosen Menschen überwinden

1. Suchtkranke Wohnungslose mit Doppeldiagnose befinden sich in gravierend-komplexen Problemlagen: Belastungen wie Langzeitarbeitslosigkeit, fehlende familiäre Netze, Überschuldung und justizielle Schwierigkeiten kumulieren zu einer Spirale der Exklusion.
Der Zugang zum allg. Wohnungs- und Arbeitsmarkt bleibt ihnen faktisch verwehrt.
Ihre Mortalitätsrate ist hoch.
Meist gelingt den Betroffenen die Nutzung des Suchthilfesystems nicht. Doch erst Zugang und Inanspruchnahme (sucht-)medizinischer Hilfen ermöglichen die Realisierung von Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
2. Die Teilhabe suchtkranker Wohnungsloser ist Auftrag und Ziel des Sucht-Hilfe-Zentrums Vielbach.
Nonkonforme therapeutische Interventionen und Hilfen sowie ein naturgestützter, gendersensibler Therapieansatz bereiten den sozial benachteiligten Patienten den Weg zu einem gelingenden Neuanfang. Bundesweit einmalig: die Garantie, am Ende der Rehabilitation nicht mehr in die Wohnungslosigkeit entlassen zu werden!
3. Den Suchtmittelkonsum von chronisch Suchtkranken ohne Wohnung zu akzeptieren („Laissez-faire“) ohne zu helfen bekommt den Charakter von „betreuter Elendsverwaltung“. Die maximale Beeinträchtigung von Teilhabe, Gesundheit und Lebensdauer bei den Betroffenen gebietet ein konzertiertes Handeln aller Helfer um Zugangsbarrieren zum Sucht-Hilfesystem mit Beharrlichkeit und Kreativität zu beseitigen.
Die Vielbacher ‚Teilhabe-Initiative für abhängigkeitskranke Wohnungslose‘ bündelt die Kräfte von Politik, Wissenschaft, Sucht- und Wohnungslosenhilfe für ein gemeinsames Engagement gegen Ausgrenzung.
4. Helfer sollten Suchtkranken so beständig Hilfe anbieten, wie sie es sich wünschten, wären sie selbst Betroffene.

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung

Beteiligte

Dr.in Annika Frahsa
Eberhard Karls Universität Tübingen
Jennifer Jaques-Rodney
-
Dr.in Irene Moor
Institut für Medizinische Soziologie MLU Halle-Wittenberg
Dr. Raphael Herr
Universität Heidelberg
Anna Novelli
Prof. Dr.in Susanne Borkowski
Hochschule Magdeburg-Stendal / Standort Stendal
Gerlinde Schmidt-Hood
Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)
Joachim J. Jösch
Fachkrankenhaus Vielbach, Sucht-Hilfe-Zentrum Vielbach
11:15 - 12:45Fachforum

Gesundheitsförderliche Kitas und Schulen - Ich kann kochen wirkt!

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten II

Hintergrund / Fragestellung
Die Ernährung hat in jedem Lebensalter große Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden. Die aktuelle Herausforderung ist das „Überleben im Überfluss“. Eine vielversprechende Strategie der ernährungsbezogenen Gesundheitsförderung ist Ernährungsbildung im Setting Kita und Schule. Die gemeinsame Initiative von BARMER und Sarah Wiener Stiftung wird als erfolgreiche Strategie vorgestellt und die Ergebnisse aus der Evaluation belegt.
Projektbeschreibung / Methode
Zu Beginn wird die Bedeutung von Prävention im nicht betrieblichen Setting für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit aus Sicht der Krankenkassen thematisiert. (1). Anschließend wird aufgezeigt, wie über Ich kann kochen! Ernährungsbildung in Kita und Schule implementiert werden. (2). Der dritte Beitrag stellt anhand der Evaluationsergebnisse Wirkung und Erfolg von Ich kann kochen! dar. (3) Zum Schluss erfolgt der Transfer hin zu den Forderungen die sich aus diesen Erkenntnissen für Politik und Gesundheitswesen ergeben. (4).
Schlussfolgerung / Ergebnisse
Ernährungsbildung ist zentraler Bestandteil einer Grundbildung für die alltägliche Lebensgestaltung in der modernen Konsumgesellschaft und somit Voraussetzung für soziale Teilhabe. In Deutschland fehlt aktuell eine umfassende und verbindliche strukturelle Verankerung von Ernährungsbildung in Kitas und Schulen. „Ich kann kochen!“ zeigt auf, dass Kinder, Pädagogen, Eltern und Einrichtungen motiviert sind, Impulse aufzugreifen und umzusetzen. Nachhaltige Lösungen erfordern jedoch politische Unterstützung.
Diskussionsbeitrag / Lessons Learnd
Möglichkeiten einer Verbesserung der Ernährungsbildung in Kitas und Schulen sollen diskutiert werden.

Unterbeitrag 1 - "Gesundheit weiter gedacht"

Gesundheit entsteht durch persönliches Verhalten und eine Lebenswelt, die Gesundheit fördert. Erfolgreiche Prävention muss daher am individuellen Verhalten und an den Lebensverhältnissen ansetzen. Als gesamtgesellschaftlicher Auftrag, kommen die Maßnahmen unabhängig von der Versichertenzugehörigkeit zu Gute – wichtig ist, dass die spezifische Lebenswelt aktiv einbezogen wird. Unser Leitsatz "Gesundheit weiter gedacht" heißt für uns, neue Wege der Prävention und Gesundheitsförderung zu gehen.

Unterbeitrag 2 - Umsetzung und Verankerung

Viele Kinder ernähren sich unausgewogen und wissen nur wenig darüber, wie aus Lebensmitteln leckere Speisen werden. Im Film erläutern wir, warum „Ich kann kochen!“ Kinder an den Herd holt und über praktische Ernährungsbildung Einfluss auf das Ernährungsverhalten der Beteiligten nehmen. Bundesweite Fortbildungen für PädagogInnen aus Kitas und Grundschulen sowie eines Netzwerkes aus Trägern, Kommunen, Politik und anderen Stakeholdern im Gesundheitswesen sichern Umsetzung und Verankerung.

Unterbeitrag 3 - Ergebnisse

PädagogInnen, Kinder, Einrichtungen und Eltern, die an bundesweiten Initiative Ich kann kochen! teilgenommen haben, wurden zu Qualifikation, Motiven und wahrgenommenen Umsetzungsbarrieren befragt. Aus Sicht der Lehr-Lernforschung wurde die Umsetzung der pädagogischen Fortbildung untersucht.
Im Vortrag werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Fachkräften aus Kita und Schule sowie die Ergebnisse der Untersuchungen aller Beteiligten vorgestellt und diskutiert.

Unterbeitrag 4 - Ich kann kochen! wirkt

Ich kann kochen! wirkt erfolgreich. Kinder müssen nicht nur Pizza und Pommes mögen, engagierte PädagogInnen können Kinder auf den Geschmack bringen. Einrichtungen fördern das Engagement ihrer PädagogInnen und Eltern wundern sich über die neuen Ideen ihrer Kinder. Ich kann kochen! zeigt damit aber auch auf, wie wichtig eine umfassende und verbindliche strukturelle Verankerung von Ernährungsbildung in Kitas und Schulen für eine nachhaltige Implementierung von Ernährungsbildung ist.

Themenfelder
  • Kinder im Kita und Schulalter   

Beteiligte

Micaela Schmidt
BARMER
Christine Witte
BARMER
Prof.in Petra Lührmann
Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Prof. Dr. Birte Dohnke
Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Swantje Tannert
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Astrid Funken
BARMER
11:15 - 12:45Seminar

Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz – Bedeutung der Gesundheitskompetenz beim Umgang mit Pandemien

Persönliche Kompetenzen entwickeln

Expertengespräch mit Frau Professorin Doris Schaeffer, Frau Professorin Ilona Kickbusch (angefragt), Herrn Professor Jürgen Pelikan, Frau Professor Marie-Luise Dierks, Herr Dr. med. Ellis Huber, Frau Barbara Steffens, Herr Dr. med. Kai Kolpatzik

Hintergrund: Vor 3 Jahren wurde der, von einem interdisziplinären Expertenteam entwickelte, Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz vorgestellt. Im Expertengespräch mit den Entwicklern des Nationalen Aktionsplans sollen erste Entwicklungen, Ergebnisse und besondere Herausforderungen bei der Umsetzung reflektiert und diskutiert werden. Speziell die Frage der Entwicklung von Gesundheitskompetenz vor dem Hintergrund von Pandemien und dem Ansatz von Health in All Policies soll erörtert werden.


Methode: Folgende Fragen sollen von den Experten und in der Diskussion mit den virtuellen Teilnehmenden beleuchtet werden:
1. 3 Jahre Nationaler Aktionsplan: Was wurde bislang in den jeweiligen Handlungsfeldern bereits umgesetzt?
2. Welche Folgen hat die Covid 19 Pandemie auf die Umsetzung?
3. Welche Handlungsempfehlungen haben durch die Pandemie besonders an Bedeutung gewonnen?
4. Wie bedeutsam ist Gesundheitskompetenz für den Umgang mit Covid 19 und anderen Pandemien in den verschiedenen Handlungsfeldern?
5. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure?
6. Welche Gelingensfaktoren konnten identifiziert werden? Wo gibt es besondere Herausforderungen?
Ausblick: Welche Weichenstellungen und Zielsetzungen sind für die Zukunft vorgesehen? Welche Ziele sollen in den nächsten 5 Jahren erreicht werden?
Diskussionsbeitrag: Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, den Nationalen Aktionsplan GK vor dem Hintergrund von Pandemien zu reflektieren und ihre Fragen an die Experten zu richten.

Themenfelder
  • Salutogenese   

Beteiligte

Dorothée Remmler-Bellen
Berufsverband der Präventologen e. V., Berlin
Dr. Michael Roslon
Hochschule Fresenius
Prof. Jürgen Pelikan
Gesundheit Österreich GmbH
Dr. Kai Kolpatzik
AOK-Bundesverband
Prof.in Dr.in Marie-Luise Dierks
Medizinische Hochschule Hannover
Dr. Alexander Schmidt-Gernig
Bundesgesundheitsministerium
Dr. Ellis Huber
Berufsverband der Präventologen e. V.
Prof.in Dr.in Ilona Kickbusch
Kickbusch Health Consult
Denise Iwanek
Prof.in Dr.in Doris Schaeffer
Universität Bielefeld
11:15 - 12:45Fachforum

CORONA GLOBAL – Gesundheitskämpfe in Zeiten der Pandemie

Gesundheitsdienste neu orientieren I

Wie gut man sich vor der Infizierung mit Coronavirus schützen kann, hängt nicht zuletzt am Geldbeutel. Das betrifft nicht nur die tödlichen Gefahren durch das Virus selbst und die Frage, ob man im Krankheitsfall überhaupt versorgt wird, sondern auch die sozialen und politischen Bedingungen, unter denen die Menschen mit dem Virus leben müssen.

Die Fokussierung auf das Virus als zu bekämpfenden Feind versperrt den Blick auf die politischen und sozial-ökologischen Verwerfungen. Es zeigt sich, dass die Geschichte jeder Epidemie auch eine Geschichte des Zusammenspiels von Wissen, Macht und Politik ist. Die systematische und todbringende Verharmlosung der Risiken, die Verleumdung und Abwehr wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Aneignung von Schutzmasken, Diagnostika und die exklusive Sicherung der in Entwicklung befindlichen Impfstoffe sind Ausdruck einer Politik, die die Ungleichheit des existierenden Wirtschafts- und Sozialsystems zu kaschieren versucht.

Besonders betroffen von der Pandemie sind all jene Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Einkommens und den fehlenden Zugangs zu Gesundheitsversorgung an den Rändern der Gesellschaft leben. Diese Zonen des Ausschlusses sind global verteilt, sie reichen von Flüchtlingslagern über städtische Armenviertel bis zu ganzen Ländern.

Wie beeinflusst die Coronavirus-Pandemie die globalen Kämpfe für das Menschenrecht auf bestmöglichen Zugang zu Gesundheit? Wie lassen sich die Gleichheit und Gerechtigkeit hinsichtlich der Gesundheitsversorgung neu erstreiten? Liegt in der Eskalation durch Corona auch eine Chance für (gesundheits-)politisches Handeln?

Mit Referent*innen aus drei Kontinenten möchten wir über die Neuverortung im politischen Raum diskutieren und dabei gemeinsame Strategien ausloten.

Die Normalität ist die Krise. Community Health Worker und die Coronavirus-Pandemie in Südafrika

In der Isolation. Aufklärung und Fake News in Zeiten der Pandemie

Am Tropf der humanitären Hilfe. Privatisierung oder Gesundheit für alle

Themenfelder
  • Globale Gesundheit   

Beteiligte

Anne Jung
medico international
Dr.in Lydia Cairncross
Peoples Health Movement, Care Worker Forum
Raquel Torres
Outra Saúde, Brasilien
Virginie Lefèvre
11:15 - 12:45Seminar

Runder Tisch zu Menschen in verschiedenen Lebensphasen

Runde Tische

COVID-19 und die Gesundheit, das Gesundheitsverhalten und die wahrgenommenen Studienbedingungen von Studierenden in Deutschland

Die COVID-19 Pandemie führt zu vielfältigen gesellschaftlichen und persönlichen Einschränkungen, deren Auswirkungen noch nicht umfassend untersucht wurden. Für Studierende gelten zusätzlich Einschränkungen auf Hochschulebene, die sich möglicherweise stärker auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten auswirken.
In der internationalen COVID-19 Studie zum Wohlbefinden von Studierenden (ISWS) wurden im Mai 2020 5021 Studierende (Ø 24,4 Jahre) an vier deutschen Hochschulen mit einem Online Fragebogen untersucht.
Die Mehrheit der Studierenden berichtete, dass sich das Arbeitspensum aufgrund der COVID-19-Pandemie erhöht hat. 49 % befürchteten, das Studienjahr nicht erfolgreich abschließen zu können. Hinsichtlich der ergriffenen COVID-19 Maßnahmen zeigte sich der Großteil der Studierenden zufrieden. 60% der Studierenden zeigten Anzeichen einer depressiven Symptomatik. Die wahrgenommenen Studienbedingungen unter COVID-19 Bedingungen waren ein signifikanter Prädiktor für das mentale Wohlbefinden von Studierenden.
Der Großteil der Studierenden veränderten ihre Risikoverhaltensweisen (Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsum) nicht. Die größten Veränderungen im Konsumverhalten waren im Rauschtrinken (mehr als sechs Getränke) zu erkennen (7,4% berichteten mehr und 6,7% weniger Rauschtrinken). Die intensive körperliche Aktivität unterlag deutlichen Veränderungen (29% berichteten eine Reduktion und 33% eine Steigerung).
Die Studie liefert erste Erkenntnisse zu Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Studierende, die im weiteren Verlauf der Pandemie noch eingehender untersucht sowie von Hochschulen im Rahmen von Unterstützungsangeboten für Studierende aufgenommen werden sollten.

Mangelware - Konzepte zur Verpflegung von Kindern an Schulen und Kitas

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass in Deutschland das Essen in Kitas und Schulen schlecht ist: lange warmgehaltenes und verkochtes Essen, zu viel Fleisch und Fleischerzeugnisse, zu wenig Obst und Gemüse. Mit anderen Worten: nicht gesund und wenig attraktiv. Mensen sind oft aufgrund fehlender Konzepte allein gelassen und sind auch im Umgang mit den durch die Pandemie ausgelösten Vorschriften überfordert.Die Kita- und Schulverpflegung spielt nicht nur eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sondern sie kann auch einen nachhaltigen Beitrag zum Gesundheitsverhalten in der Bevölkerung insgesamt leisten.
Vorgestellt wird das erfolgreich etablierte, bundesweite Projekt „Sterneküche macht Schule“ der KNAPPSCHAFT und des Profikochs Stefan Marquard. Die Krankenkasse fördert seit 5 Jahren die gesunde Ernährung an Schulen, Kindertagesstätten (Kitas) und Hochschulen. Im Rahmen des Projektes besuchten der Koch und sein Team bisher 80 ausgewählte Institutionen, welche sich um die Teilnahme am Projekt beworben haben. Hier analysierte und optimierte er Abläufe, Arbeitsweisen und eingesetzte Lebensmittel, wobei der Einbezug sowohl vom Küchenteam als auch von Schülerinnen und Schülern bzw. sonstigen Personen von zentraler Bedeutung ist. Die Teilnahme an diesem Präventionsprojekt ist für Schulen und Kitas kostenlos.

Gesundheitsfördernde Strukturen im ländlichen Raum entwickeln - Ergebnisse des Modellprojektes "Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen im Quartier"

1) Hintergrund/Fragestellung
Der demografische Wandel stellt v. a. ländliche Regionen vor Herausforderungen. Gleichzeitig benennt die NPK in ihren Bundesrahmenempfehlungen die Stärkung von gesundheitlichen Potenzialen bei älteren Menschen in der Kommune als Ziel bei der Umsetzung des Präventionsgesetzes. Das Projekt zielte darauf ab, die Gesundheit von (isoliert lebenden) Menschen ab 65 Jahren in ländlichen Quartieren zu fördern. Es ging der Frage nach, wie Strukturen für ein gesundes Älterwerden aufgebaut werden können

2) Projektbeschreibung/Methode
Das Projekt wurde durch den Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) nach § 20a SGB V gefördert, vom AWO Bundesverband e. V. mit seinen Trägern umgesetzt und durch das Institut für Gerontologische Forschung e. V. evaluiert. Von 2018-2020 arbeiteten die AWO-Träger vor Ort mit der Kommune und weiteren zentralen Akteuren sowie unter Beteiligung der Bürger*innen am Auf- und Ausbau gesundheitsfördernder Strukturen

3) Schlussfolgerung/Ergebnisse
Über den gesamten Projektverlauf dokumentierten und reflektierten die Projektbeteiligten den Prozess. Die gewonnen Erfahrungen im Hinblick auf Erfolgsfaktoren und Hemmnisse sowie konkrete Praxisbeispiele wurden im Rahmen eines Praxisleitfadens aufbereitet. Der Praxisleitfaden richtet sich an Praktiker*innen oder Entscheidungsträger*innen in Quartieren, die einen Entwicklungsprozess hin zu gesundheitsfördernden Strukturen anstoßen möchten.

4) Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Auf Grundlage des Praxisleitfadens sollen Erfolgsfaktoren und Hindernisse beim Aufbau gesundheitsfördernder Strukturen vorgestellt werden. Gelungene Praxisbeispiele für gesundheitsfördernde Maßnahmen, werden vorgestellt.

Ergebnisse des BMG-Förderprojektes „QualiPEP“ zur Gesundheitsförderung in stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege

Seit 2017 führt der AOK-Bundesverband im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit das vierjährige Projekt „Qualitätsorientierte Prävention und Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege – QualiPEP“ durch. Ziel ist die Entwicklung eines Qualitätsrahmenkonzeptes zur 1.) Stärkung der Prävention/Gesundheitsförderung der Bewohner*innen, 2.) Förderung der Gesundheitskompetenz der Bewohner*innen, Beschäftigten und Organisation sowie 3.) der betrieblichen Gesundheitsförderung in (teil- und voll)stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege. Unter anderem auf Basis qualitativer Studien wurden Qualitätssicherungsinstrumente in Form modularer Checklisten entwickelt. Diese sollen den Einrichtungen und Kostenträgern eine qualitätsorientierte Umsetzungshilfe für Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekte bieten. Die Checklisten werden bis Ende 2020 in jeweils fünf Einrichtungen der Eingliederungshilfe bzw. Pflege pilotiert. Das Projekt QualiPEP endet im April 2021. Zwischenergebnisse des Projektes wurden seit 2018 beim Kongress Armut und Gesundheit regelmäßig präsentiert und erörtert. Beim Kongress 2021 werden nun erste Abschlussergebnisse vorgestellt.

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung

Beteiligte

Jennifer Hartl
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
Dr.in Stefanie Helmer
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Stefan Marquard
-
Gloria Schröer
Sebastian Gottschall
AWO Bundesverband e. V.
Jessica Lenuweit
AWO Bundesverband e. V.
Anke Tempelmann
AOK-Bundesverband
Sophia Backa
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
12:45 - 13:30

Mittagspause

13:30 - 15:00Fachforum

Das 1x1 der Globalen Gesundheitspolitik – Covid19 als Krise und Chance einer multilateralen und multisektoralen Gesundheitspolitik

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Mit der Covid 19-Pandemie stand und steht das etablierte System der Globalen Gesundheitspolitik auf dem Prüfstand. Trotz zahlreicher Appelle zu einer solidarischen Bewältigung der Krise und der Anrufung von Impfstoffen und Medikamenten gegen die Viruserkrankung als „globale öffentliche Güter“ setzen sich immer wieder nationalistische Politiken durch -  bei den wirtschaftlichen Rettungsschirmen wie bei der Sicherung von Vorkaufsrechten für zu entwickelnde Impfstoffe. Die globalen multilateralen Institutionen rücken bei der Bewältigung der Pandemie ins Kreuzfeuer der Kritik und deren globale Lösungsstrategien werden oftmals torpediert (wie bei der Weltgesundheitsorganisation) oder spielen nur eine Nebenrolle (wie die UN).

Dabei war Globale Gesundheitspolitik in den ersten zwei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts zu einem zentralen Thema bei G7 und G20 Gipfeln aufgestiegen. Covid 19 stellt die Funktionsweise der etablierten globalen Politikprozesse auf den Prüfstand und verlangt zugleich einen umfassenden globalen „Health in all Policies“ Ansatz, um die medizinischen, sozialen und ökonomischen Folgen der Pandemie zu bewältigen.

Dies wird in drei Beiträgen konkretisiert und diskutiert. Zugleich wird damit das Hintergrundpapier der DPGG zu Covid 19 vorgestellt, das den Rahmen zu diesen Themen bildet.

Wie kann eine globale Sozialpolitik aussehen, die die Verwerfungen der Covid19 Pandemie nicht nur abfedert sondern langfristig strukturell soziale Sicherungssysteme stärkt

In der Covid19 Pandemie werden die Defizite von Sozialen Sicherungssystemen deutlich und gefährden die Menschen zusätzlich zu den Infektionsrisiken. Eine globale Solidarität in der Überwindung der Pandemie muss nicht nur Pandemiebekämpfung - und Vorsorge umfassen sondern auch neue Konzepte einer Ausweitung von sozialen Sicherungssystemen auf alle Menschen vorantreiben. Nur damit werden die sozialen Ungleichheiten in und nach dem Ende der Pandemie nicht verschärft sondern verringert.

Das globale Patentsystem sprengen um Zugang zu Impfstoffen und Medikamenten für alle zu schaffen – Warum die COVAX Facility scheitert und der Covid19 Patentpool nur ein Anfang sein kann

Um einen gerechten Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika in der aktuellen Covid19 Krise zu sichern, reichen globale Finanzierungs- und Verteilungsmechanismen wie die COVAX Initiaitive von WHO/GAVI/CEPI nicht aus. Es müssen grundsätzlicher die geistigen Eigentumsrechte an der globalen Wissensproduktion und ihrer Ergebnisse in Frage gestellt werden, um allen Menschen einen sicheren Zugang dazu zu schaffen und mit konsequentem Technologietransfer die globale Kluft zu schließen.

Politische und soziale Menschenrechte konsequent global verteidigen in der Covid19 Krise – die Gefahren populistischer und autoritärer Public Health Politiken

Schon vor Covid19 waren rechte populistische Politiken in vielen Ländern gegenwärtig, dies hat sich in der Pandemie noch einmal verstärkt. Eine Überwindung der Pandemie ist nur durch die gemeinsame Verteidigung von politischen und sozialen Menschenrechten zu erreichen. Die Räume für kritische Zivilgesellschaft und ihre Ideen und Aktionen müssen dafür konsequent ausgeweitet werden.

Themenfelder
  • Globale Gesundheit   

Beteiligte

Dr. Andreas Wulf
medico international
Frauke Gundlach
Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs - Ärzte in Sozialer Verantwortung (IPPNW)
Dietmar Erdmeier
Verdi Bundesvorstand
Anne Jung
medico international
Dagmar Paternoga
attac Deutschland
13:30 - 15:00Seminar

Gute Beispiele der Umsetzung des Health in All Policies-Ansatzes

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

Health in All Policies (HiAP), verstanden als eine Strategie der ganzheitlichen Gesundheitsförderung und Prävention, wird in Deutschland bislang nur in Ansätzen realisiert. Der Bedeutung des Ansatzes widmet sich eine Anfang 2021 erschienene Publikation, in der verschiedene Autor*innen die Grundlagen des Konzeptes aufarbeiten, aus Sicht von Politikfeldern den Bezug zu Gesundheitsförderung und Prävention beschreiben und gute Beispiele für Health in All Policies in Deutschland darlegen.
In diesem Fachforum wird ein Einblick in diese aktuelle Auseinandersetzung zu HiAP gegeben. Die Herausgeber*innen der Publikation beginnen mit einem grundlegenden Beitrag, in welchem sie die Rahmenbedingungen und Herausforderungen für HiAP in Deutschland skizzieren und Entwicklungsmöglichkeiten thematisieren. Dann werden die Anknüpfungspunkte, Chancen und Risiken aus Sicht zweier Politikfelder exemplarisch für eine Vielzahl von Politikfeldern vorgestellt. Abschließend wird die ressortübergreifende Zusammenarbeit in einer Stadt oder einem Bundesland als ein Beispiel vorgestellt.“ Im Anschluss an die Fachbeiträge bleibt Raum für eine Diskussion der Teilnehmenden untereinander und mit dem Publikum.

Aktuelle Situation von Health in All Policies in Deutschland

Die Herausgeber*innen der Publikation beginnen mit einem grundlegenden Beitrag in welchem sie die Rahmenbedingungen und Herausforderungen für HiAP in Deutschland skizzieren und Entwicklungsmöglichkeiten thematisieren.

Corona, globale Gesundheit und Unternehmensveranwortung

(1) Eine Lancet-Kommission beschrieb 2019 die Syndemie aus Klimawandel, Mangel- / Unterernährung und Übergewicht. Sie ebnet den Weg für Pandemien wie Corona und hat Folgen für deren Verlauf. Wie können wir diese Syndemie eingrenzen, um Pandemien besser zu begegnen oder sie zu vermeiden?

(2) Eine industrialisierte Landwirtschaft befördert den Klimawandel, verringert Biodiversität und verkleinert natürliche Lebensräume, so dass die Tier-Mensch-Übertragung von Viren wahrscheinlicher wird, in der die Corona-Pandemie ihren Ursprung hatte.
Der Konsum von hoch verarbeiteten Nahrungsmitteln nimmt zu. Deshalb leiden immer mehr Menschen an nicht übertragbaren Krankheiten (NCDs) wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten und sind so Corona-Risikogruppen.
Global agierende Unternehmen befeuern den Konsum dieser Nahrungsmittel und profitieren von fehlenden gesundheitspolitischen Regeln. Jenseits nationaler Regulierungen wie z.B. der Steuer auf zuckerhaltige Drinks (Chile, Frankreich, Indien, Mexiko u.a.) fehlt ein globaler Rahmen als Antwort auf die global agierende Nahrungsmittelindustrie.

(3) Die Lancet-Kommission empfiehlt u. a. die staatliche Regulierung globaler Unternehmen. Die Tabakindustrie, deren Produkte ein Hauptrisikofaktor für NCDs sind, dient hier als Beispiel. In der WHO-Rahmenkonvention für Tabakkontrolle wurden auf internationaler Ebene Maßnahmen vereinbart, um die gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums zu verringern.

(4) Wie kann eine staatliche Regulierung globaler Unternehmen aussehen? Welche Akteure sollen bei der Ausgestaltung einbezogen werden? Wie kann dies dazu dienen, die globale Syndemie aus Klimawandel, Mangelernährung und Übergewicht einzugrenzen?

Die Tabakindustrie, deren Produkte ein Hauptrisikofaktor für NCDs sind, hat sich die Corona-Pandemie zu Nutze gemacht, um ihr Image als good corporate citizen wieder aufzupolieren. Weltweit haben sich aber 181 Staaten dazu verpflichtet, ihre gesundheitspolitischen Maßnahmen vor dem Einfluss der Tabakindustrie zu schützen. Denn sie sind Vertragsparteien der WHO-Rahmenkonvention für Tabakkontrolle, mit der die gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums verringert werden sollen.

Global agierende Unternehmen befeuern den Konsum hoch verarbeiteter Nahrungsmittel und profitieren von fehlenden gesundheitspolitischen Regeln. Jenseits nationaler Regulierungen wie z.B. der Steuer auf zuckerhaltige Drinks (Chile, Frankreich, Indien, Mexiko u.a.) fehlt ein globaler Rahmen als Antwort auf die global agierende Nahrungsmittelindustrie.

 
Etablierung einer Koordinierungsstelle kommunale Gesundheit in Leipzig
 
Durch die Koordinierungsstelle kommunale Gesundheit in Leipzig konnten kommunale Steuerungsstrukturen etabliert, ein von mehreren Krankenkassen gemeinsam getragener Fonds zur Unterstützung gesundheitsförderlicher Stadtteilprojekte geschaffen und Gesundheit als Querschnittsaufgabe im Stadtentwicklungskonzept verankert werden. Im Alltagsgeschäft gilt es nun ressortübergreifend die Interventionen auf Stadtteilebene mit kommunalen Steuerungskonzepten klug zu verbinden und gemeinsam auszugestalten.
 
Zusammenarbeit allgemeinbildender Schulen mit Akteuren des öffentlichen Gesundheitswesens
 
Gesundheit und Bildung bedingen sich wechselseitig. Schulische Gesundheitsförderung und Prävention nimmt sowohl die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien als auch die des Personals in den Blick. Die Lebenswelt Schule bietet Erprobungs- und Entwicklungsfelder für gesundheitsförderliche Lebensstile sowohl im Unterricht als auch im Schulalltag. Dabei geht es nicht nur um die Ausprägung individueller Verhaltensweisen, sondern auch um die Schaffung gesundheitsförderlicher Strukturen. In den einzelnen Bundesländern existieren dazu unterschiedliche Rahmensetzungen und -konzepte. Vor allem Ganztagsschulen kooperieren als selbstverantwortete Schulen mit zahlreichen außerschulischen Kooperationspartnern zu Gesundheitsthemen. Anhand konkreter Beispiele beleuchtet der Kurzvortrag, welche Rolle dabei Akteure des öffentlichen Gesundheitswesens spielen und welche Aufgaben von diesen Kooperationspartnern im Rahmen des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schulen wahrgenommen werden.
Themenfelder
  • Gesundheitspolitik   

Beteiligte

Stefan Bräunling
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Prof.in Dr.in Heike Köckler
Hochschule für Gesundheit
Dr.in Katharina Böhm
Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.
Prof. Dr. Raimund Geene
Alice Salomon Hochschule Berlin & Berlin School of Public Health
Dr. Ulrike Leistner
Gesundheitsamt Leipzig
Dinah Stratenwerth
Beate Proll
13:30 - 15:00Seminar

Wie geht es in Kommunen und Netzwerken mit den Angeboten Früher Hilfen in Zeiten von Corona und danach weiter?

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten I

(1) Hintergrund/Fragestellung
In der Corona-Zeit haben sich die Angebote der Frühen Hilfen verändert. Einige Angebote mussten vorübergehend eingestellt werden, andere können unter Berücksichtigung der AHA-Formeln fortgesetzt werden. Nicht wenige Angebote haben ihr Format geändert und finden nun telefonisch oder digital statt. Auch die Zusammenarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen erlebt durch Corona neue Herausforderungen und hat sich verändert.

(2) Projektbeschreibung/Methode
In dem Forum berichten Vertreterinnen aus zwei Kommunen und von einem freien Träger, wie sie mit den Herausforderungen der Pandemie umgehen. Wie können Familien in schwierigen Lebenssituationen trotz der Kontakteinschränkungen gut erreicht werden? Gelingt es, den Ansatz „health in all policies“ weiterzuverfolgen oder sogar auszubauen? Oder wurden Kooperation und Zusammenarbeit eingeschränkt? Im Forum können die Teilnehmenden Fragen an die Vortragenden stellen und ihre eigenen Erfahrungen ergänzen.

(3) Schlussfolgerung/Ergebnisse
Was wird an neuen Formaten und Ideen bleiben, wenn die Pandemie vorbei ist? Und was brauchen Kommunen, Träger und Netzwerke Frühe Hilfen, um neue Formate zukünftig weiterentwickeln zu können? Was hat sich in der Zusammenarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen bewährt und wo sind Verbesserungen nötig?

(4) Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Das Forum gibt Kommunen, Träger und Netzwerke Frühe Hilfen Anregungen, wie sie Eltern in der Krise mit angepassten und neuen Formaten gut erreichen können. Es vermittelt einen Ausblick, wie sich die Angebote der Frühen Hilfen und die Kooperation und Zusammenarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen nachhaltig verändern können.

Das Familienbüro Gelsenkirchen und sein corona-konformes Gesamtkonzept

Das Familienbüro in Gelsenkirchen hat schon früh sein Gesamtkonzept an die Pandemie angepasst. Die Angebote der Familienbildung wurden bis zum Lockdown im Dezember als Hybrid-Kurse angeboten und die Begrüßungshausbesuche corona-konform fortgesetzt. So konnte das Familienbüro den direkten Kontakt zu den Eltern auch während der Krise beibehalten. Das Familienbüro bietet Eltern einen besonders niedrigschwelligen Zugang zu Angeboten der Frühen Hilfen und Familienförderung.

Webinare für Eltern mit Fachkräften der Frühen Hilfen im Rhein-Neckar-Kreis (angefragt)

Die Frühen Hilfen im Rhein-Neckar-Kreis bieten seit November 2020 ein neues Online-Angebot zur Elternbildung an. Während der Corona-Zeit können Eltern an kostenfreien Webinaren mit erfahrenen Fachkräften teilnehmen. Sie können den Veranstaltungen ganz einfach mobil oder am Desktop folgen. Das digitale Angebot soll auch über die aktuelle Situation hinaus im Rhein-Neckar-Kreis etabliert werden. Die Themen der ersten Veranstaltungen umfassen u. a. Bindung, Gelassenheit im Alltag und Sucht."

Die Plattform www.drk-elterncampus.de (angefragt)

Das DRK hat mit dem DRK Elterncampus (www.drk-elterncampus.de) eine neue Plattform geschaffen, auf der virtuelle Live-Kurse für Eltern angeboten werden. Die Plattform ist im Oktober 2020 online gegangen. Der Entwicklungsprozess verfolgt einen agilen und nutzerfreundlichen Ansatz. Mütter und Väter wurden im Vorfeld nach ihren Vorstellungen zu Online-Kursen befragt und auch während des Prozesses miteinbezogen. Durch die Rückmeldungen können Plattform und Angebote kontinuierlich verbessert werden.

Themenfelder
  • Frühe Hilfen   

Beteiligte

Astrid Königstein
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der BZgA
Rebecca Maier
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der BZgA
Ina Woelk
Referat Kinder, Jugend und Familien der Stadt Gelsenkirchen
Hannah Beck
Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
Luise Springer
Deutsches Rotes Kreuz e. V. - Generalsekretariat
13:30 - 15:00Seminar

Auf die Beziehung kommt es an! Neues Programm stärkt die psychosoziale Gesundheit der Kleinsten in der Kita

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten II

Vorgestellt wird das Modellprojekt Papilio-U3 ein Programm zur Förderung der psychosozialen Gesundheit von Kindern unter drei Jahren in der Kita. Nach drei Jahren Laufzeit liegen positive Ergebnisse vor und Kitas können fortgebildet werden.

Verlässliche Beziehungen und sichere Bindungserfahrungen in früher Kindheit haben eine herausragende Bedeutung für den Entwicklungsverlauf. Sie können das Sozialverhalten und die psychische Gesundheit bis in das Erwachsenenalter prägen. Seit 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung. Die Betreuungsquote der Kinder unter drei Jahren ist seitdem stark angestiegen. Qualifizierte Fortbildungsangebote in diesem Themenfeld stehen kaum zur Verfügung. Die BARMER und die Papilio gGmbH haben sich daher mit einem Entwicklungsprojekt dieser Aufgabe gestellt. Das Projekt wurde durch die Freie Universität Berlin und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wissenschaftlich begleitet.
Vorgestellt wird das neue Programm für Kitas, zur gezielten Förderung der psychosozialen Gesundheit von Kindern unter drei Jahren. Papilio-U3 ist das Ergebnis des Entwicklungsprojektes und seiner begleitenden Evaluationsstudie. Es orientiert sich an wissenschaftlich erprobten Inhalten wie hochwertiger, praxisnaher Wissensvermittlung und Videofeedback. Im Mittelpunkt steht das Verhalten der pädagogischen Fachkräfte in der Interaktion mit den Kindern. Positive Bindungserfahrungen und eine gute Beziehungsqualität werden in den Blick genommen, um eine Basis für emotionale und soziale Entwicklungsprozesse zu schaffen.
Die BARMER und die Papilio gGmbH gehen davon aus, dass Papilio-U3 die Qualität der Betreuung von unter Dreijährigen in Kitas fördern kann und das pädagogische Personal bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützt und stärkt.
Eine Anwenderin berichtet aus der Praxis über ihre Erfahrungen mit Papilio-U3, die Möglichkeiten der Umsetzung und Implikationen für die kommunale Praxis werden vorgestellt und diskutiert.

Themenfelder
  • Kinder im Kita und Schulalter   

Beteiligte

Sabine Barkowsky
BARMER
Dr.in Charlotte Peter
Papilio gGmbh
Prof. Dr. Herbert Scheithauer
Freie Universität Berlin
Jochen Binder
BARMER
Mareen Drews
Miriam Vöbel
13:30 - 15:00Seminar

Krisen meistern - Wirksamkeit der Salutogenese und Gesundheitskompetenz im Umgang mit Pandemien

Persönliche Kompetenzen entwickeln

Die Gefahren und Risiken, die von Covid 19 ausgehen, sind (fast) allen bewusst und präsent. Zudem hat beinahe jeder die mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen und mögliche negative (Begleit-)Erscheinungen in sozialer, psychischer und physischer Hinsicht erlebt. Aus Sicht der Salutogenese gilt es jedoch, diese Prozesse aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Wie sieht es hingegen mit den Ressourcen aus, die jeder Einzelne hat, um mit dieser Situation zurecht zu kommen, sie zu meistern und sein Immunsystem zu stärken? Wie sieht es mit der Gesundheitskompetenz aus, um angemessen auf die Pandemie zu reagieren? Eine Einladung zum Perspektivwechsel.

Praxisbeispiele zur Unterstützung der Gesundheit durch Stärkung der Salutogenese und Gesundheitskompetenz – nicht nur in Zeiten von Pandemien.
Nach einer kurzen Vorstellung des Themas und Best Practise Beispielen aus unterschiedlichen Lebenswelten können sich die Teilnehmenden des Learning Cafés intensiv mit den Beispielen und Ansätzen auseinandersetzen und haben die Möglichkeit die Experten zu befragen oder eigene Erfahrungen einzubringen und zu reflektieren. Sie sind eingeladen sich auf den Perspektivwechsel einzulassen, bei jeder Pandemie oder anderen Herausforderung nicht nur auf die Risiken und Gefahren zu schauen, sondern auch gesundheitskompetent zu handeln und die eigenen Ressourcen zu nutzen.

Zu diesem Zweck werden Breakout Sessions zu vier verschiedenen Themen gebildet, die jeweils durch eine Moderatorin/einen Moderator begleitet werden. Diese vier Sessions sind: Pflege, Kommune, Schule und Hochschule. Nach einer gemeinsamer Begrüßung im Plenum können die Teilnehmenden sich in die Sessions einwählen.

Salutogenese in der Pflege

In diesem Learning Café werden die Erfahrungen im Umgang mit der Belastung während der Corona-Pandemie im Umfeld von Pflegekräften thematisiert und salutogene, ressourcenorientierte Umgangsweisen reflektiert.

Salutogenese in der Kommune

In diesem Learning Café werden die Erfahrungen im Umgang mit der Belastung während der Corona-Pandemie im Umfeld von Kommunen thematisiert und salutogene, ressourcenorientierte Umgangsweisen reflektiert.

Salutogenese in der Schule

In diesem Learning Café werden die Erfahrungen im Umgang mit der Belastung während der Corona-Pandemie im Umfeld von Schulen thematisiert und salutogene, ressourcenorientierte Umgangsweisen reflektiert.

Salutogenese in der Hochschule

In diesem Learning Café werden die Erfahrungen im Umgang mit der Belastung während der Corona-Pandemie im Umfeld von Hochschulen thematisiert und salutogene, ressourcenorientierte Umgangsweisen reflektiert.

Themenfelder
  • Salutogenese   

Beteiligte

Dorothée Remmler-Bellen
Berufsverband der Präventologen e. V., Berlin
Dr. Michael Roslon
Hochschule Fresenius
Dr. Ellis Huber
Berufsverband der Präventologen e. V.
Bernd Gard
Das Mannebacher Mobilitätsmodel
13:30 - 15:00Fachforum

Herausforderungen und Chancen der Coronakrise für die reproduktive Gesundheit Ungewollt schwanger sein in Deutschland: ein Balance-Akt zwischen Tabu, Bevormundung und Selbstbestimmung

Gesundheitsdienste neu orientieren I

Wie ist die Versorgungslage für ungewollt Schwangere? Welche besonderen Schwierigkeiten gab es in der Corona-Zeit? Welche Möglichkeiten, Chancen bietet der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch (SAB) die Autonomie der Frauen beim SAB zu stärken?

Seit 2003 haben die Einrichtungen in Deutschland, die SAB durchführen, um ca. 40% abgenommen. Auf dem Land müssen die Frauen dafür bis zu 200 Kilometer reisen. Sind die Aktionen der Abtreibungsgegner*innen der Hauptgrund dafür, dass Gynäkolog*innen in Deutschland kaum noch SAB anbieten? Unter Corona-Bedingungen traten zusätzliche Schwierigkeiten für ungewollt Schwangere auf. Welche dies waren und welche Rolle der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch zur Verbesserung der prekären Versorgungssituation spielen könnte, weil er auch von Hebammen und Hausärzt*innen (bzw. von Frauen in eigener Verantwortung) begleitet werden kann, wird in der Veranstaltung beleuchtet.
Nachdem gegen mehrere Ärzt*innen wegen angeblichen Verstoßes gegen den §219a Anzeige erhoben worden ist, hat sich der Protest gegen den „Nazi-Paragrafen“ bundesweit etabliert. Er führte im 1. Quartal 2019 zu einer Reform des §219a StGB. Dies führte allerdings weder zu größerer Rechtssicherheit für die Ärzt*innen noch zu einer Verbesserung der Situation ungewollt Schwangerer.
Deutschland darf den Anschluss an die moderne Gesetzgebung nicht verpassen – auch nicht punkto sexueller Selbstbestimmung. Aber damit Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden können, braucht es einer umfassenden Analyse aller administrativen, psychosozialen und medizinischen Aspekte rund um ungewollte Schwangerschaften.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Reformen zum Schwangerschaftsabbruch unter der Restriktion des Strafgesetzes

Deutschland hat im europäischen Vergleich immer noch eine der restriktivsten gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch. Mit den §§ 218 und 219 besteht eine strafrechtlichen Verfolgung im Falle einer ungewollten Schwangerschaft, die mit dem Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung nicht vereinbar ist. Die aktuell im Zuge der Reform des §219a und von der WHO geforderte Entwicklung einer Leitlinie zum Schwangerschaftsabbruch darf nicht zu einer weiteren Reglementierung führen.

Schwangerschaftsberatung unter Bedingungen der Covid-19-Pandemie aus Sicht von Beratungsfachkräften – Erste Studienergebnisse

Die Veränderungen, die sich unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie für Schwangerschaftsberatungsstellen ergeben, werden in der BZgA-geförderten Studie (07/2020–12/ 2021) exemplarisch in vier Bundesländern untersucht. Der Beitrag präsentiert vorläufige Ergebnisse zur Versorgungssituation beim Schwangerschaftsabbruch und der Situation der Klient_innen während der ersten Monate der Pandemie aus Sicht der befragten Fachkräfte.

Paradigmenwechsel: Schwangerschaftsabbruch (SAB) versus Menstruationsregulation

Wer sind die Frauen, die einen SAB wünschen? Aktuelle Statistiken u. regionale Unterschiede werden vorgestellt. Der medikamentöse SAB gibt den Frauen die Möglichkeit weitgehend ohne medizinisches Personal eine unerwünschte Schwangerschaft abzubrechen. Wichtig ist, dass die Frau über Art und Ort des SAB entscheiden kann. Haben wir etwas davon statt einem Abbruch eine Menstruationsregulation durchzuführen?

Telemedizin beim Schwangerschaftsabbruch – neue Formen der Selbstbestimmung

Nicht nur in Zeiten der Covid-19-Pandemie ist der Zugang zum Schwangerschaftsabbruch (SAB) limitiert. In einigen europäischen Ländern, u.a. in UK, wurde 2020 die Möglichkeit eines telemedizinischen Vorgehens beim medikamentösen SAB eingeführt. Ein Modellprojekt des FPZ Balance, in Kooperation mit pro familia Berlin und Doctors for Choice Germany, bietet nun auch in Deutschland eine telemedizinische Begleitung an. Das Modellprojekt sowie Studienergebnisse aus anderen Ländern werden vorgestellt.

Themenfelder
  • Genderaspekte in Public Health   

Beteiligte

Dr.in Ines Scheibe
Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung
Dr.in Jutta Pliefke
Profamilia Berlin
Nora Szász
Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.
Prof.in Dr.in Maika Böhm
Fachhochschule Merseburg
Katja Krolzik-Matthei
Hochschule Merseburg
Dr.in Christiane Tennhardt
Frauenärztinnen Köpenick
Dr.in Alicia Baier
Doctors for Choice Germany, Ärztin in Weiterbildung, „Familienplanungszentrum Balance“
13:30 - 15:00Fachforum

Die COVID-Pandemie und die Gesundheitsberichterstattung (GBE) auf kommunaler und Landesebene (veranstaltet von DGSMP AG GBE)

Gesundheitsdienste neu orientieren II

Seit Mitte März 2020 wütet eine bisher noch nie dagewesene Pandemie sowohl weltweit als auch in Deutschland. Neben den täglich in den Medien erscheinenden Berichten des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es jedoch nur wenig öffentlichkeitswirksame Berichterstattung auf kommunaler oder Landesebene, weder zur Ausbreitung von Covid 19 noch in Bezug auf andere wichtige Themen der Gesundheitsberichterstattung, obgleich z.B. die Kommunen und die Länder über die entsprechenden Infektionszahlen verfügen, die zur Weiterleitung an das RKI gesammelt wurden.
Um dieses Phänomen zu erklären, muss in erster Linie die gegenwärtige Situation im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) der Kommunen unter die Lupe genommen werden. Hieraus zeigt sich, dass insbesondere das Personal aus nicht systemrelevanten Bereichen wie der GBE schon seit längerer Zeit zur Infektionseindämmung in den kommunalen Krisenstäben eingesetzt worden ist. Erschwerend kommt hinzu, dass wichtige Datenquellen für die Gesundheitsberichterstattung auf kommunaler bzw. Landesebene, wie z.B. die Schuleingangsuntersuchung oder eigene Datenerhebungen, pandemiebedingt ausgefallen sind.
Im ersten Beitrag werden die Ergebnisse einer Befragung älterer Menschen im Bezirk Mitte von Berlin vorgestellt, die glücklicherweise noch im Herbst 2019 abgeschlossen werden konnte. Im zweiten Beitrag werden die ersten Ergebnisse eines bundesweiten kommunalen GBE-Monitorings präsentiert, das im weiteren Verlauf auch (aktuelle) Brüche und Entwicklungen im Bereich der GBE darstellen soll. Schließlich werden im dritten Beitrag die Ergebnisse einer „klassischen“ GBE-Analyse des Corona-Infektionsgeschehens in Berlin vorgestellt.

Kommunale Gesundheitsberichterstattung (GBE) in Deutschland: Der GBE-Monitor als Forschungsdatenbank

Für die Steuerungsaufgaben des ÖGD spielt die GBE eine zentrale Rolle, da sie Datengrundlage und Ausgangsbasis für evidenzinformierte Planung stellt. GBE ist in nahezu allen Gesundheitsdienstgesetzen der Länder verankert, jedoch in unterschiedlicher Ausprägung und Kopplung mit Planungsprozessen. Forschung zur kommunalen GBE ist rar und oft regional oder thematisch begrenzt.
Ende 2019 erfolgte ein systematisches GBE-Screening der Internet-Auftritte aller kommunalen Gesundheitsämter, ergänzt durch offene Stichwortsuche per Suchmaschine. Sofern möglich, wurden min. die letzten drei verfügbaren Berichte seit 2010 als Berichtspool abgelegt. Ebenfalls erhoben wurden Strukturinformationen zur kommunalpolitischen Anbindung des ÖGD in übergeordneten Dezernaten bzw. Abteilungen. Die Sensitivität des Screening-Verfahrens wurde telefonisch geprüft.
70% aller kommunaler ÖGD-Einheiten sind auf Landkreisebene angesiedelt, 18% auf Stadtkreisebene und 12% mehreren Stadt-/Landkreisen zugeordnet. Die Einwohnerzahl variiert von 35000 bis rund 1,5 Millionen Einwohnern. Erhebliche Variationen zeigen sich auch in der Zuordnung der kommunalen ÖGD-Einheiten z.B. zu den Planungsfeldern Jugend/Soziales bzw. Ordnung/Veterinärwesen. Städte und Landkreise unterscheiden sich zudem bzgl. GBE-Aktivität und Themenauswahl.
Assoziationen zwischen den heterogenen strukturellen Rahmenbedingungen und der kommunalen GBE-Aktivität bergen zahlreiche Praxisimplikationen. Der GBE-Monitor stellt zudem ein wertvolles Forschungsinstrument für die Weiterentwicklung der kommunalen GBE dar, auf dessen Basis u.a. Analysen zu verschiedenen Berichtstypen, Planungsbezügen der GBE sowie der Corona-Berichterstattung erfolgen werden.

Das SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen in Berlin – Zusammenhang mit Soziodemografie und Wohnumfeld

Das SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen in Berlin – Zusammenhang mit Soziodemografie und Wohnumfeld

M. Haftenberger, J.D. Finger, S. Hermann.
Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abteilung I: Gesundheit, Referat I A: Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme; Statistikstelle

Hintergrund und Ziel: Einige internationale und nationale Publikationen zeigen, dass sozialdeprivierte Regionen bzw. Individuen stärker von der Corona-Pandemie betroffen sind als sozialprivilegierte Regionen bzw. Individuen. Im Folgenden wird das Infektionsgeschehen in Berlin im Zusammenhang mit soziodemografischen Merkmalen und Indikatoren des Wohnumfeldes auf Bezirksebene betrachtet.

Methoden: Die Auswertung basiert auf den zwischen dem 1. März und 31. August 2020 von den Berliner Gesundheitsämtern gemeldeten laborbestätigten COVID-19-Fällen. Diese werden auf bezirklicher Ebene mit soziodemografischen Merkmalen und Indikatoren des Wohnumfelds aus dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2019 sowie mit Daten zur Einwohnerdichte und Flächennutzung des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg (Datenstand: 31.12.2018) und Information zum Haushaltsäquivalenzeinkommen des Mikrozensus 2018 zusammengespielt. Die Zusammenhänge werden anhand linearer Regressionen mit der COVID-19-Inzidenz als abhängige Variable und den soziodemografischen Merkmalen und Indikatoren des Wohnumfelds als unabhängige Variablen analysiert. Um für den Einfluss von unterschiedlicher Geschlechts- und Altersstruktur in den Bezirken zu kontrollieren, wurden die Analysen für Geschlecht und Alter adjustiert durchgeführt.

Ergebnisse: Im Zeitraum vom 1. März bis zum 31. August 2020 waren in Berlin 11.266 COVID-19-Erkrankungsfälle gemeldet. Die COVID-19-Inzidenz in den Bezirken variierte zwischen 179,2 und 458,1 COVID-19-Fällen je 100.000 Einwohner. Auf bezirklicher Ebene zeigen sich statistisch signifikant positive Zusammenhänge zwischen der COVID-19-Inzidenz und dem Anteil der Transferleistungsbezieher, den Anteilen der Einwohner mit einem Migrationshintergrund bzw. der Nicht-EU Ausländer, dem Anteil der Einwohner mit einfacher Wohnlage, der Einwohnerdichte und dem Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche. Hingegen zeigen sich statistisch signifikante negative Zusammenhänge zwischen der COVID-19-Inzidenz und den verfügbaren Frei- und Erholungsflächen pro Einwohner.

Schlussfolgerung: Bezirke, die eine ungünstigere Sozialstruktur aufweisen sowie dichter besiedelt sind und in welchen weniger Frei- und Erholungsfläche zur Verfügung steht, sind signifikant stärker von der COVID-19-Epidemie betroffen. Diese Zusammenhänge sollten bei der Planung von räumlicher Stadtstruktur, Infektionsschutzmaßnahmen und der Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes berücksichtigt werden.

Die Befragung LISA II – Lebensqualität, Interessen und Selbstständigkeit im Alter – eine Befragung im Bezirk Mitte von Berlin

In der LISA-Studie wurde 2019 zum zweiten Mal eine tiefer gehende Befragung der über 60-jährigen Bevölkerung im Bezirk Mitte durchgeführt. Hierbei ging es insbesondere darum, fundierte Daten für die Gestaltung von Angeboten für diese Bevölkerungsgruppe sowie für eine Schwerpunktsetzung im Fachgebiet „Gesundheit im Alter“ zu erhalten. Da ein sehr großer Anteil der bezirklichen Bevölkerung eine Zuwanderungserfahrung (ZWE) vorweist, war eine angemessene Beteiligung dieser Bevölkerungsgruppe eine wichtige Vorgabe für diese Befragung. Um deren Beteiligung zu erhöhen, wurde der Fragebögen sowie die Anschreiben ins Türkische, Russische, Polnische, Arabische und Englische übersetzt und gezielt mitgeschickt. Ältere Menschen mit Zuwanderungserfahrung bekamen ebenfalls bei Bedarf Hilfe von muttersprachlichen Interviewern beim Ausfüllen des Fragebogens.
Neben Fragen zur Gesundheit, zur Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgung sowie zur Lebenssituation enthielt der Fragebogen auch standardisierte Instrumente, um gesundheitsbezogene Lebensqualität, soziale Unterstützung, Selbstwirksamkeit, riskantes Trinkverhalten sowie Anzeichen von Depression bei der älteren Bevölkerung festzustellen. Darüber hinaus wurde einen großen Wert auf die Identifizierung von Barrieren zur körperlichen Bewegung in der näheren Nachbarschaft (Bezirksregionen) gelegt.
Es gab eine Reihe von aufschlussreichen Ergebnissen der Befragung, z. B. eine höhere Betroffenheit von älteren Menschen türkischer Herkunft bei Depression und Übergewicht – auch wenn die Ergebnisse nach der sozialen Lage differenziert wurden. Ebenfalls zeigte sich eine starke gesundheitsförderliche Wirkung von alltäglicher Bewegung. Interessant hinsichtlich des künftigen Bedarfs an Pflegeleistungen ist, dass die deutschen Befragten eher Pflege von ihren Partnern erwarteten als die Migranten. Diese erwarten wiederum die Unterstützung eher von ihren Kindern und Enkeln.

Themenfelder
  • Gesundheitsberichterstattung   

Beteiligte

Jeffrey Butler
Bezirksamt Mitte von Berlin
Laura Arnold
Akademie fuer oeffentliches Gesundheitswesen
Marjolein Haftenberger
Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Landes Berlin
13:30 - 15:00Fachforum

Runder Tisch zu vulnerablen Personengruppen

Runde Tische

Kultursensible Selbsthilfe für Menschen mit Behinderung

Hintergrund
Selbsthilfe gilt als elementarer Bestanteil gesundheitlicher Versorgung und sozialer Teilhabe. Menschen mit Flucht/Migrationserfahrung sind in Angeboten der Selbsthilfe in der Behindertenhilfe allgemein unterrepräsentiert. Sie nehmen seltener an Selbsthilfeangeboten teil, haben kaum Erfahrungen mit institutionalisierter Selbsthilfe.

Projektbeschreibung
Das Projekt Kultursensible Selbsthilfe der Lebenshilfe Hamburg möchte u.a. das Konzept von Selbsthilfe unter Berücksichtigung kultursensibler Aspekte erweitern. Ziel ist es Selbsthilfeangebote zu schaffen, die sich speziell an die Bedürfnisse und Lebenslage von Menschen mit Behinderung und Flucht/Migrationserfahrung und ihre Angehörigen richten.

Schlussfolgerungen
Kultursensible Selbsthilfe benötigt eine Reflexion von Teilhabehemmnissen und Exklusionsfaktoren sowie die Modifikation bestehender Angebote und sozialpädagogischer Praxen, um die Bedarfe von Menschen mit Flucht/Migrationserfahrung gerechter werden zu können und Zugangshemmnisse abzubauen.

Diskussionsbeitrag
Die Auswertung aus einem Jahr kultursensibler Selbsthilfeangebote (4/19 – 3/20) sollen Vorgestellt und Ergebnisse sowie interessante Aspekte in Bezug auf die Struktur der Teilnehmenden diskutiert werden. Daran anschließend können Implikationen für gelingende Selbsthilfeangebote im Kontext von Flucht/Migration und Behinderung abgeleitet werden, um „Selbsthilfe für Alle“ gerechter werden zu können.

Gesundheit in Thüringen gemeinsam denken: Landesgesundheitskonferenz und Landesrahmenvereinbarung im Wechselspiel

Hintergrund/Fragestellung:
Die Landesgesundheitskonferenz Thüringen (LGK) agiert als institutionalisiertes Beschlussgremium für Gesundheitsziele und gesundheitspolitische Empfehlungen. Sie behandelt Fragen der gesundheitlichen Lebensbedingungen, der gesundheitlichen Versorgung und der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung mit dem Ziel der Koordinierung und Vernetzung. Die Landesrahmenvereinbarung (LRV) setzt das PrävG auf Landesebene um.

Projektbeschreibung/Methode:
In diesem Einzelbeitrag wird der Entwicklungsprozess der LGK in Verbindung mit der Umsetzung der LRV vorgestellt. Es werden die Schnittstellen zwischen beiden Prozessen herausgearbeitet sowie mögliche weiterführende Vernetzungsmöglichkeiten erörtert.

Schlussfolgerung/Ergebnisse:
Gemeinsam identifizieren die Teilnehmenden der LGK und der LRV Probleme im Gesundheitsbereich, entwickeln daraus Gesundheitsziele und planen, realisieren und evaluieren die entsprechenden Maßnahmen.

Diskussionsbeitrag:
Es werden die Erkenntnisse aus der Entwicklung beider Prozesse sowie Herausforderungen und Chancen eines dialogischen Zieleentwicklungsprozesses mit unterschiedlichen Akteursgruppen sowie dessen konkrete Überführung in Maßnahmen diskutiert. Darüber hinaus werden die Potentiale der Schnittstelle des gesundheitspolitischen Prozesses der LGK zur LRV Thüringen dargestellt, um auf Herausforderungen in der Gesundheitsförderung gesamtgesellschaftlich antworten zu können. Im Beitrag werden die Herausforderungen und Chancen, die sich für beide Prozesse im Zuge der Bewältigung der Corona-Pandemie ergeben haben thematisiert.

Gesundheitshandeln im Kontext von (Flucht)Migration, Geschlecht und Transnationalität“

1. Hintergrund/Fragestellung
Im Zuge der Pandemie entsteht vermehrt ein Bewusstsein für die gesundheitliche Vulnerabilität von Geflüchteten in Massenunterkünften aber auch für die ‚Systemrelevanz‘ migrantischer Care-Arbeiterinnnen. Diese ungleichen Vulnerabilitäten wurden bisher oft individualisiert und kulturalisiert. Dies zeigt sich u.a. in der professionellen Ausblendung und/oder Abwertung soziokulturell abweichender, informeller Strategien.

2. Projektbeschreibung/Methode
Die biographieanalytische Studie (Motzek-Öz 2017) untersuchte, wie Migrantinnen aus der Türkei, die an depressiven Beschwerden leiden, Handlungsmacht herstellen. Dazu wurden acht biographisch-narrative Interviews mithilfe der Dokumentarischen Methode und der narrativen Agency-Analyse interpretiert.

3. Schlussfolgerung/Ergebnisse
Es finden sich transnationale und religiöse Strategien im Umgang mit psychischen Beeinträchtigungen. In familiären und professionellen Kontexten sichern die interviewten Frauen sich Deutungs- und -Handlungsmöglichkeiten. Teilweise erleben sie ihr Gesundheitshandeln ambivalent (u.a. angesichts Retraumatisierung, Geschlechternormen). Die Art und Weise, wie sie u.a. sozialpsychiatrische Hilfe nutzen wird vor dem Hintergrund (transnationaler) Ressourcen, Erfordernisse und Handlungsorientierungen betrachtet.

4. Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Soziale Distanzierung verweist aktuell auf Potentiale und Grenzen transnationalen Gesundheitshandelns. Wenn Gesundheitshandeln differenzsensibel untersucht wird, kann dies zu Solidarität und Teilhabe beitragen.

Was hält Arbeitslose gesund? Bewältigungsstrategien und Bedürfnisse in der Perspektive von arbeitslosen Menschen

Es wurden Interviews von 21 Arbeitslosen in Arbeitslosenzentren analysiert. Die wichtigste Coping-Strategie ist die Suche nach sozialer Unterstützung. Häufige Bewältigungsstrategien sind aktiver Umgang mit der Situation, Arbeitssuche und Zeitstrukturierung. Es wird ein Rückzug in die Familie beobachtet. In der Gesundheitsperspektive dominieren Entspannungsmethoden und Bewegung. Es werden Stressbewältigung, Ernährung und körperliche Aktivität gewünscht. Wohnortnähe ist ein besonderes Bedürfnis.

Hamburger Sprachmittlerpool für die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung

(1) Hintergrund/Fragestellung
In der ambulanten psychiatrischen Versorgung können 12% der PatientInnen nicht hinreichend Deutsch sprechen. Wie kann die Gesundheitsversorgung gestaltet werden, so dass Menschen, die unter psychischen Störungen leiden, nicht hinreichend Deutsch sprechen, und keinen Behandler in ihrer Muttersprache finden, eine ambulante Psychotherapie in Anspruch nehmen können?

(2) Projektbeschreibung/Methode
Auf der Basis des Modellentwurfs der BÄK und der BPtK wurde in Hamburg ein Sprachmittlerpool für die ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung in Kooperation mit der Psychotherapeutenkammer, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und SEGEMI e.V. implementiert.
Das Modellprojekt richtet sich an alle 1.600 niedergelassene PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen. Sie erhalten Zugang zu professionellen SprachmittlerInnen. SEGEMI übernimmt die Kosten für die Arbeit der SprachmittlerInnen und bietet regelmäßig Fortbildungen und Supervision an. Mittlerweile beteiligen sich über 55 BehandlerInnen und 107 SprachmittlerInnen an dem Pool.
(3) Schlussfolgerung/Ergebnisse
Durch Öffentlichkeitsarbeit konnten kulturelle und strukturelle Barrieren bei einem kleinen Teil der Behandelnden überwunden werden. Das Modellprojekt geht ab nächstem Jahr in den Regelhaushalt der Stadt Hamburg über. Das Modellprojekt wird mittlerweile auch in Bremen gefördert.
(4)Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Durch ein breites Fachbündnis konnte dieser berufs- und integrationspolitische Erfolg gelingen. Zur Abbau der Barrieren in der Regelversorgung bedarf es weiterer (struktureller) Lösungskonzepte.

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung

Beteiligte

Eva Buchholz
Medizinische Hochschule Brandenburg - Theodor Fontane
Jacobina Blüm
Medizinische Hochschule Brandenburg - Theodor Fontane
Tatjana Pommeranz
Lebenshilfe Landesverband Hamburg e.V.
Uta Maercker
Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. - AGETHUR -
Dr.in Sina Motzek-Öz
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Prof. Dr. Alfons Hollederer
Universität Kassel
Dennis Mayer
Universität Kassel
Prof. Dr. Mike Mösko
SEGEMI Seelische Gesundheit • Migration und Flucht e.V.
13:30 - 15:00Seminar

Auf dem Prüfstand: Wie krisentauglich ist stadtteilbezogene Gesundheitsförderung?

Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen

Der Beitrag skizziert stadtteilbezogene Gesundheitsförderung in der Corona-Krise und stellt diese gleichzeitig auf den Prüfstand. Die Krise trifft viele Menschen mit voller Härte, Menschen in sozial und gesundheitlich schwierigen Lebenssituationen aber besonders.

Grundsätzlich stellt die Struktur der Stadtteile eine gute Voraussetzung für Synergieeffekte und Vernetzung dar. Ressortübergreifende bedarfsgerechte Zusammenarbeit und der Zugang zu vulnerablen Bevölkerungsgruppen können oft leichter gewährleistet werden als auf kommunaler oder Landesebene. Gleichzeitig kulminiert in den benachteiligten Quartieren gesundheitliche Ungleichheit. Das bedeutet, dass die gesellschaftliche Trennung in der Krise hier besonders deutlich wird.

Die Pandemie hat gezeigt, wie flexibel und handlungsfähig Projekte auf Stadtteilebene tatsächlich sind. Die Reaktionen der Projektträger und Projektträgerinnen in den Quartieren sind erstaunlich: einfallsreich und bedarfsorientiert finden Sie Lösungswege, um die Menschen in den Stadtteilen weiterhin gesundheitsfördernd zu unterstützen. Gleichzeitig benötigt die lokale Ebene Verständnis und Entgegenkommen von Land und Kommune, um kurzfristig und passgenau auf sich ständig ändernde Situationen zu reagieren. Wir möchten Einblicke in praktische Beispiele aus unterschiedlichen Bundesländern geben und Erfahrungen im Umgang mit COVID-19 in der Stadtteilarbeit teilen: Wie krisentauglich ist stadtteilbezogene Gesundheitsförderung?

Diskussionsrunde mit Beiträgen aus Berlin, München und Nürnberg

3 ca. 10 minütige Beiträge:

  1. Eine Analyse am Beispiel des Projekts „Gesundheit für alle im Stadtteil“ (Tansu Shaw)
  2. Aus der Krise lernen: de-zentrale Strukturen als Erfolgsfaktor (Verena Lindacher)
  3. Kurzinput Rollbergkiez, Berlin (Stephanie Lehr)

Anschließend Diskussion mit:

- Dr. Verena Lindacher (Referat für Gesundheit und Umwelt, München)
- Tansu Shaw (Gesundheitsamt, Nürnberg)
- Stefanie Lehr (Quartiersmanagement Rollbergkiez im Bezirk Neukölln, Berlin)
- Rebecca Zeljar (Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), Landesvertretung Berlin/Brandenburg)
- Sören Bott (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin)
- Tina Hilbert (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin)
- Birte Frerick (Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Berlin)
- Thomas Helfen (QM Flughafenstraße im Bezirk Neukölln, Berlin)

Das Forum bietet eine Plattform für Austausch rund um die stadtteilbezogenen Gesundheitsförderung und COVID-19. Die Teilnehmenden lernen praktische Beispiele aus verschiedenen Bundesländern kennen und erhalten Anregungen für die eigene Arbeit.

Themenfelder
  • Kommune   

Beteiligte

Danielle Dobberstein
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
Nils Stakowski
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Dr.in Verena Lindacher
Gesundheitsreferat, Landeshauptstadt München
Tansu Shaw
Stefanie Lehr
Quartiersmanagement Rollbergkiez im Bezirk Neukölln
Tina Hilbert
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Sören Bott
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Birte Frerick
Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
Thomas Helfen
QM Flughafenstraße im Bezirk Neukölln
15:00 - 15:15

Pause

15:15 - 16:45Fachforum

Studentische Posterpräsentation „Deine Abschlussarbeit verdient ein größeres Publikum als die Schublade!?"

Runde Tische

Hintergrund/Fragestellung:
In studentischen Abschlussarbeiten stecken viele spannende Public Health-Fragestellungen, doch leider landen die abgeschlossenen Projekte mit ihren spannenden Ergebnissen viel zu oft in der Schublade. Die studentische Posterpräsentation bietet Absolvierenden eine Plattform zur Vorstellung der eigenen Abschlussarbeit.
Projektbeschreibung/Methode:
Im Rahmen der Posterpräsentation haben insgesamt sechs Studierende die Möglichkeit ihre Bachelor- oder Masterarbeiten vor einem größeren Publikum zu präsentieren. In Anbetracht der aktuellen Situation kann die Posterpräsentation vor Ort oder virtuell erfolgen. Jeder Studierende erhält jeweils 10 Minuten zur Präsentation der eigenen Arbeit und 5 Minuten für anschließende Fragen aus dem Publikum. Die Postersession wird von Studierenden des Fachbereich Studierende der DGPH moderiert.
Die Gestaltung der Poster erfolgt anhand folgender Inhalte:
1. Titel
2. Einleitung zum Thema
3. Problemstellung
4. Zielstellung
5. Hypothesen
6. Methoden
7. Ergebnisse
8. Diskussion
9. Schlussfolgerungen
10. Quellenangaben, Literatur

Schlussfolgerung/Ergebnisse:
Die Posterpräsentation gibt einen Einblick in die Vielfalt der Themenstellungen von Abschlussarbeiten mit Public Health-Bezug.
Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Plattform für studentische Abschlussarbeiten
Inspiration und Ermutigung von Studierenden für die eigene Abschlussarbeit

1. Josephine Bokermann und Roos Kengen (HAW Hamburg): Studierendengesundheit in Zeiten der COVID-19-Pandemie

2. Lena Sube (TU Dortmund) : Konzeptuelle Ansätze zum Ausbau der (digitalen) Teilhabe in der Behindertenhilfe unter Einbeziehung pädagogischer Fachkräfte

3. Sarah Breitfelder, Nele Grapentin, Chris Spurgat (BSPH): Einfluss der COVID-19-Pandemie auf das Konsumverhalten (illegalisierter) Drogen bei jungen geflüchteten trans*personen und queeren Frauen* in Berlin

4. Bianca Mewes (HAW Hamburg): Kultursensible Anpassung eines Schulungskonzeptes für Angehörige von Menschen mit Demenz (BasisQ) an die türkische Community

5. Dana Kropff (Uni Leipzig): Der nächsten Epidemie vorbeugen – Institutionalisierung von Infektionskrankheiten post-Ebola in Liberia

Themenfelder
  • Von Studierenden für Studierende   

Beteiligte

Sinah Evers
DGPH Fachbereich Studierende
Jacqueline Posselt
DGPH Fachbereich Studierende ; IJK HMTM Hannover
Julia Faul
DGPH Fachbereich Studierende
Josephine Bokermann
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Roos Kengen
HAW Hamburg
Lena Sube
Technische Universität Dortmund
Sarah Breitfelder
.
Nele Grapentin
Berlin School of Public Health
Chris Spurgat
Gesundheit Berlin Brandenburg e. V.
Bianca Mewes
DGPH Fachbereich Studierende
Dana Kropff
Universität Leipzig
15:15 - 16:45Fachforum

Epidemiologische Forschung zur sozialen Dimension der COVID-19 Pandemie: Konzepte und Ergebnisse

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Session – Freies Format (ca. 70 Minuten)
In vier kurzen Vorträgen wird das Themenfeld umrissen und dann in einer 25-minütigen Diskussionsrunde mit dem Publikum vertieft. Da ein allzu „frontaler“ Charakter vermieden werden soll, werden in den Vorträgen nur kurz die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst. Sie sind daher kurz (10 min.). Lediglich der Auftaktvortrag zu konzeptionellen Fragen ist auf 15 min. angelegt. Präferiert wird ein online-Format. Geplant sind vier Kurzvorträge.

Abstrakt zur Gesamtsession
Epidemiologische Forschung zur sozialen Dimension der COVID-19 Pandemie: Konzepte und Ergebnisse

Hintergrund: Die Bedeutung von epidemiologischer Forschung zur COVID-19 Pandemie ist hoch, da gesichertes Wissen zur Krankheitslast, zu Verbreitungswegen, Symptombildern, Risikofaktoren für Krankheitsverläufe, Patientenmerkmalen und Behandlungsstrategien notwendig ist, um Public-Health-Maßnahmen zu planen. Klaren Forschungsbedarf gibt es auch zu den sozialen Determinanten des Risikos sich zu infizieren, eine Erkrankung auszubilden oder eine adäquate Therapie zu erhalten.
Projektbeschreibung: Zumindest zu Beginn der COVID-19 Pandemie waren die sozialen Determinanten in der Forschung kaum ein Thema. Dies hat sich jedoch geändert und es gibt eine steigende Zahl an Untersuchungen, die verschiedene Aspekte von COVID-19 mit sozialen Faktoren in Beziehung setzen. Diese Session beschäftigt sich mit der epidemiologischen Studienlage zur gesundheitlichen Ungleichheit im Kontext der COVID-19 Pandemie und stellt aktuelle Ergebnisse und Studien vor. Betrachtet werden sowohl unmittelbare Erkrankungsrisiken durch das SARS CoV-2 Virus als auch Erkrankungen, die eher als Folge der Public Health Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auftreten (z.B. Belastungen durch Quarantäne, psychische Belastungen durch wirtschaftliche Probleme.
Schlussfolgerungen: In der Diskussion sollen vor allem die Lehren für zukünftige Pandemien oder Krisen besprochen werden, die aus dem epidemiologischen Ergebnissen zu den sozialen Determinanten gezogen werden können.
Lessons learned: Wie bei fast allen Krankheiten sind auch Infektionskrankheiten sozial ungleich verteilt und treffen Menschen mit geringen Ressourcen und sozioökonomisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen öfter und härter. Die gezeigten Ergebnisse zeigen, dass dies auf die gegenwärtige Pandemie und – mit hoher Wahrscheinlichkeit – auch auf zukünftige Pandemien zutrifft.

„Health Inequalities in the COVID-19 Pandemic“

The session will start with a short Keynote speach given by Prof. Clare Bambra from Newcastle University. She is among the most active public health reasearchers in the United Kindom and well known for her research on political determinants of health and of health inequalities. Prof. Bambra will present some conceptual ideas about links between the recent pandemic and health of the population, focuing on issues of health equity.

Soziale Ungleichheit bei Infektionsrisiken und Krankheitsschwere von COVID-19

Die epidemiologische Untersuchung sozialer Ungleichheiten beim SARS-CoV-2 Infektionsgeschehen wurde erst mit zeitlicher Verzögerung begonnen, hat dann aber deutlich zugenommen. In diesem Vortrag wird zunächst ein Überblick über die deskriptiven Befunde zur sozialen Varianz im Infektionsgeschehen (Inzidenz, Testpositivität) sowie im Krankheitsverlauf (Schweregrad, Hospitalisierung, Sterblichkeit) gegeben. Studien zu möglichen Erklärungen sozialer Ungleichheit werden dann ebenfalls diskutiert.

Soziale Ungleichheit bei indirekten Gesundheitsfolgen der Pandemie

Leiden sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen und deren Gesundheit stärker unter den negativen Begleiterscheinungen der Maßnahmen zum Infektionsschutz? Diese Frage steht im Zentrum des vorliegenden Beitrages. Dabei sollen – neben einer allgemeinen Übersicht zu möglichen indirekten Folgen der Infektionsschutzmaßnahmen - vor allem auf Basis vorliegender Studien aus Deutschland die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen für Menschen in prekärer Beschäftigung untersucht werden.

Beispiel Umweltgerechtigkeit: Die Bedeutung von Umweltbelastungen vor, während und nach der Pandemie

Eine Reihe von aktuellen Studien zeigt, dass in Regionen mit hoher Luftverschmutzung auch die Sterblichkeit an COVID-19 maßgeblich erhöht ist - auch nach Berücksichtigung von kontextuellen sozialen Risikofaktoren. In diesem Beitrag soll untersucht , welche Rolle Luftverschmutzung bei der Ausbreitung von SARS-CoV2 spielt, wie Luftverschmutzung auf die Vulnerabilität einer Bevölkerung gegenüber Infektionskrankheiten wirkt, und was draus für eine zukünftige Umweltgesetzgebung resultiert.

Themenfelder
  • Soziale Determinanten

Beteiligte

Prof. Dr. Nico Dragano
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Prof.in Dr.in Clare Bambra
Newcastle University
PD Dr. Morten Wahrendorf
Universitätsklinikum Düsseldorf
Prof.in Dr.in Barbara Hoffmann
Universitätsklinikum Düsseldorf
15:15 - 16:45Seminar

Gesundheitsfördernde Hochschulen während der Corona-Pandemie – Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

Gesundheitsförderliche Lebenswelten gestalten I

Die Corona-Pandemie stellt Studierende an den Hochschulen im gesamten Bundesgebiet vor eine Vielzahl neuer und vor allem gesundheitsrelevanter Herausforderungen.

Das Aufbau- und Entwicklungsprojekt „Kompetenzzentrum Gesundheitsfördernde Hochschulen“ (KGH) der LVG & AFS und der Techniker Krankenkasse erstellte im Frühjahr 2020 eine Blitzumfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf gesundheitsfördernde Hochschulen. Die Resultate machen die Vielzahl der neuen Herausforderungen für Studierende und gleichzeitig auch für die Hochschulen als Organisationen deutlich. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurden durch das KGH vertiefende Expert*inneninterviews zur Rolle und Sichtbarkeit des Gesundheitsmanagements (GM) an Hochschulen durchgeführt. Diese bieten Einblicke in Ansatzpunkte und Handlungsempfehlungen für die Stärkung des GM an Hochschulen.

Die HAW Hamburg startete indessen ihren Implementierungsprozess eines Studentischen Gesundheitsmanagements (SGM) inmitten der Corona-Pandemie. Dies gelang nur so positiv und für die Anfangsphase erfolgreich, da von Anfang an Studierende partizipativ miteinbezogen wurden. Zusätzlich wurden Stakeholder zu ihren Ansichten bezüglich der Studierendengesundheit befragt, um auch diese noch stärker in die Gestaltung des SGM einzubinden und innerhalb der Hochschule entsprechende Synergien zu schaffen und Netzwerke auszubauen. Insbesondere aus den Erfahrungen der Implementierung eines SGM in den herausfordernden Zeiten der Pandemie-Bewältigung ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis.

Die ersten beiden Beiträge der Session werden vom KGH gestaltet. Das KGH stellt sich und seine Arbeit im Themenfeld gesundheitsfördernde Hochschulen zunächst vor und wird im zweiten Beitrag Einblicke in die quantitativen und qualitativen Umfrageergebnisse mit Fokus auf die Rolle und Sichtbarkeit Gesundheitsfördernder Hochschulen während der Corona-Pandemie geben. Die HAW Hamburg gestaltet die zwei aufbauenden Beiträge zu den Ergebnissen aus Fokusgruppen-Interviews mit Studierenden, Stakeholder-Interviews und zur Partizipation von Studierenden im Rahmen der SGM-Implementierung.

In der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmenden sollen gemeinsam Ideen und Ansätze für die Reduzierung der gesundheitlichen Auswirkungen auf Studierende im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gesammelt und diskutiert werden. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen werden, was uns die Corona-Pandemie in diesen Zusammenhängen lehrt. Die Pandemie zeigt, welchen Stellenwert Gesundheit hat und wie groß die politische Handhabe sein kann. Wie kann die Corona-Krise also genutzt werden, um die Bedeutung der Gesundheitsförderung an der einzelnen Hochschule zu stärken und welche weiteren Maßnahmen und Voraussetzungen braucht es, um Gesundheit grundsätzlich als Querschnittsthema (HiAP) an Hochschulen zu verankern?

Das Kompetenzzentrum Gesundheitsfördernde Hochschulen (KGH)

Das KGH stellt sich vor: Das Aufbau- und Entwicklungsprojekt der LVG & AFS und der Techniker Krankenkasse startete im Herbst 2018. Das KGH versteht sich als bundesweite Struktur mit der Vision, gemeinsam mit Akteur*innen aus den Hochschulen Betriebliches und Studentisches Gesundheitsmanagement weiter auf- und auszubauen. Es sensibilisiert und qualifiziert sowie sammelt, generiert und kommuniziert Informationen zum Themenfeld gesundheitsfördernde Hochschulen.

Zur Rolle und Sichtbarkeit Gesundheitsfördernder Hochschulen während der Corona-Pandemie

Die Resultate aus der Blitzumfrage des KGH zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf gesundheitsfördernde Hochschulen machen die Vielzahl der neuen Herausforderungen für Studierende und gleichzeitig auch für die Hochschulen als Organisationen deutlich. Aufbauend auf diesen Ergebnissen bieten Einblicke in vertiefende Expert*inneninterviews zur Rolle und Sichtbarkeit des Gesundheitsmanagements (GM) an Hochschulen Ansatzpunkte und Handlungsempfehlungen für die Stärkung des GM.

Partizipation von Studierenden bei der Etablierung eines Studentischen Gesundheitsmanagements

Bei der Etablierung eines SGMs zu Beginn der Corona-Pandemie an der HAW Hamburg wurden die Studierenden als Zielgruppe von Anfang an mit einbezogen. Dies erfolgte über Fachprojekte, studentische Hilfskräfte sowie die Beteiligung an Arbeitsgruppen. Konkret bedeutete dies z. B. das gemeinsame Schreiben des Forschungsantrages, Gesundheitsmarketing für das Projekt CamPuls, Formulierung von Zielen, Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen und Angeboten oder auch der Beteiligung an Arbeitsgruppen

Vorstellung der Ergebnisse von Fokusgruppen-Interviews mit den Studierenden sowie die Ergebnisse der Stakeholder-Interviews der Mitarbeitenden der HAW Hamburg zum Thema SGM

Innerhalb des Forschungsprojektes CamPuls wurden im SoSe 2020 und WiSe 2020/21 Interviews mit Studierenden der HAW Hamburg zu Belastungen und Ressourcen im Studium sowie deren Wünsche an ein SGM durchgeführt. Ergänzend dazu fanden Stakeholder-Interviews mit beispielsweise einer der Dekaninnen und der Stabstelle Gleichstellung der HAW Hamburg zu ihren Sichtweisen bezüglich eines SGM statt. Daraus ergeben sich konkrete Handlungsfelder, die bei der weiteren Ausrichtung des SGM von Bedeutung sind.

Themenfelder
  • Gesundheit studieren – gesund studieren   

Beteiligte

Tatjana Paeck
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.
Prof. Dr. Wolf Polenz
HAW Hamburg
Mareike Timmann
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Nina Hielscher
HAW Hamburg
Jan Fischer
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.
Josephine Bokermann
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Roos Kengen
HAW Hamburg
15:15 - 16:45Seminar

Partizipative Ansätze und Community Health in Zeiten von Corona: Möglichkeiten und Grenzen

Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen

Communtiy Health wird in Deutschland selten partizipativ umgesetzt. Die Ansätze folgen häufig einem territorialen unspezifischen Community-Verständnis. Die eigentliche Definition von „Communities“ geht darüber hinaus. Communities werden dabei über gruppenbildende gemeinsame Merkmale und ein Zugehörigkeitsgefühl bestimmt, wie es zum Beispiel aus Ausgrenzungserfahrungen resultieren kann. Communities können für die ungleichheitssensible Gestaltung von Corona-Präventionsmaßnahmen zur Ressource werden.
In der Veranstaltung wird gefragt, wie der Perspektive der Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten eine Stimme gegeben und der Verstärkung gesellschaftlicher Ungleichheitsverhältnisse entgegengewirkt werden kann. Dafür werden Möglichkeiten und Grenzen anhand von verschiedenen Praxisfeldern und der wissenschaftlichen Literatur präsentiert und kritisch diskutiert. Im Ergebnis sollen die Potenziale und Grenzen Community-basierter Ansätze für die Pandemiebewältigung zusammenfassend deutlich werden.

Community Health, partizipative Ansätze und Covid 19 (Bär/Schaefer), kritische Kommentierung (Frahsa)

Communtiy Health wird in Deutschland selten partizipativ umgesetzt.
Die Corona-Pandemie hat viele Alltagsbereiche drastisch verändert, u.a. Kitas und Schulen, wobei vielfach auf die gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnisse hingewiesen wird. Am Projekt „ElfE²“ wird verdeutlicht, wie Eltern eine Gestaltung von ungleichheitssensiblen Maßnahmen voranbringen können. Im Anschluss werden literaturgestützt gesellschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten diverser Communities kritisch kommentiert.

Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit stark marginalisierten Gruppen

Corona betrifft alle, aber nicht alle haben dieselben Möglichkeiten, sich davor zu schützen. Massen- und eingezäunte Flüchtlingsunterkünfte bieten z.B. weder Schutz noch Voraussetzungen für gute Zusammenarbeit. Die zunehmende Digitalisierung der Kommunikation ist keine Lösung, solange Infrastruktur und Privatsphäre in diesen Settings nicht vorhanden sind. Mit diesem Beitrag wollen wir eine kritische Diskussion über die (Un-)Möglichkeit von Partizipation in Krisenzeiten anregen.

Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Älteren im Rahmen von sozialer Kulturarbeit

Das Theater der Erfahrungen ist ein mobiles Laientheater mit ca. 60 älteren Menschen, die sich hier zivilgesellschaftlich im kulturellen Bereich engagieren. Mit Corona war plötzlich der Fokus ein anderer: Alte Menschen als Risikogruppe. Corona machte zunächst unsicher und ängstlich. Der künstlerische Umgang, sich Partizipation nicht nehmen zu lassen, beförderte einen Anschluss an digitale Welten, die in sozialen Feldern aufregend sein kann und Perspektiven älterer Menschen deutlich macht.

Themenfelder
  • Partizipation   

Beteiligte

Prof.in Dr.in Susanne Hartung
Hochschule Neubrandenburg
Dr.in Annika Frahsa
Eberhard Karls Universität Tübingen
Ina Schaefer
Alice Salomon Hochschule Berln
Tanja Gangarova
Deutsche Aidshilfe e.V.
Prof.in Johanna Kaiser
Alice Salomon Hochschule Berln
15:15 - 16:45Fachforum

Mit welchen Kommunikationsformen erreicht man Familien und Fachkräfte in Zeiten von Corona – und was können Fachkräfte aus den Erfahrungen über die Pandemie hinaus mitnehmen?

Persönliche Kompetenzen entwickeln

(1) Hintergrund/Fragestellung
Der persönliche Kontakt zu Familien ist in den Frühen Hilfen eine grundlegende Voraussetzung, um Bedarfe zu erkennen und passgenaue Angebote zu unterbreiten. Durch die Corona-Pandemie waren/sind die Kontaktmöglichkeiten der Fachkräfte zu den Familien jedoch stark eingeschränkt. Das persönliche Treffen, der Besuch in der Familie – der übliche analoge Kontakt – musste in kürzester Zeit durch digitale Formate wie Telefon- und/oder Online-Beratung ergänzt, wenn nicht gar ersetzt werden. Gleichzeitig mussten auch die persönlichen Zusammenkünfte von Fachkräften, z.B. in Form von Teambesprechungen, eingeschränkt werden oder in einem anderen Rahmen stattfinden.

(2) Projektbeschreibung/Methode
In dem Forum stellen Expertinnen und Experten digitale Beratungsformen vor und diskutieren die Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Elternberatung, aber auch in der Zusammenarbeit der Fachkräfte. Zentrale Fragen sind: Was sind die Besonderheiten, die eine digitale Beratung beispielsweise per webbasierter E-Mail, Telefon, Video oder MessengerChat, ausmachen und beachtet werden sollten? Welche datenschutzrechtlichen Aspekte müssen beachtet werden? Dies soll u.a. anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht werden. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

(3) Schlussfolgerung/Ergebnisse
Es wird aufgezeigt, wie digitale Beratungsformen in einem analogen Arbeitsfeld, wie dem der Frühen Hilfen, integriert und auch über die Zeiten der Corona-Pandemie sinnvoll genutzt werden können. Die Veranstaltung gibt Fachkräften Anregungen, wie die digitalen Formate sinnvoll eingesetzt werden können und zeigt auf, welche Formate sich für welche Anlässe eignen.

(4) Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Die Corona-Pandemie hat die Beratung in dem analogen Arbeitsfeld der Frühen Hilfen verändert. Digitale Formate haben im Kontakt zu den Familien an Bedeutung gewonnen. Ein Gelingen des Einsatzes dieser Formate ist u.a. davon abhängig, dass die Formate adäquat genutzt und die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Beratung erkannt werden.

Kommunizieren am Telefon

Wie gelingt Kommunikation, wenn sie auf das Telefon reduziert ist und wichtige Sinneswahrnehmungen fehlen, im Vergleich zur Face-to-Face-Beratung. Wo liegen die Möglichkeiten, wo die Grenzen bei einer telefonischen Beratung? Antworten gibt Rainer Schütz, Supervisor und Ausbilder für die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater des bundesweiten Kinder- und Jugendtelefons und Elterntelefons der "Nummer gegen Kummer".

Kommunizieren per Mail oder Chat

Was ist beim Austausch per Mail oder Chat, also in der reinen Schriftsprache, zu beachten, damit die Beratung einer Familie auch in belastenden Lebenslagen gelingt? Dorothea Jung, fachliche Leiterin der Online-Beratung bei der bke – Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, stellt die wichtigsten Regeln vor und erläutert worauf es ankommt, damit der Austausch gelingt.

Datenschutz und digitale Kommunikation

Datenschutz spielt auch in der digitalen Beratung und Hilfe eine wichtige Rolle. Was sind die zentralen Aspekte, die zu beachten sind? Welche Daten können für die Kontaktaufnahme genutzt, welche Medien dürfen eingesetzt und welche Inhalte gespeichert werden? Katharina Lohse, fachliche Leiterin im Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. (DIJuF) gibt wichtige Hinweise und stellt sich Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Neue Chancen durch vielfältige Zugänge und Kommunikationsformen bei Familien

Der persönliche Kontakt zu belasteten Familien vor Ort ist bisher zentral, um passgenaue Unterstützung anzubieten. Doch ist diese Form noch zeitgemäß? Junge Familien sind heute digital unterwegs, um sich auszutauschen und zu informieren. In dem durch die Corona-Pandemie verursachten stark reduzierten „Face-to-Face-Kontakt“ könnte auch eine Chance liegen: „Es gibt eine neue Niedrigschwelligkeit im Zugang zu den Familien, wenn Fachkräfte die Formate nutzen, die für die Familien schon längst zum Alltag gehören“, sagt Dr. Joachim Wenzel, Diplom Pädagoge und Mitglied der Institutsleitung des ifs - Institut für Systemische Familientherapie, Supervision und Organisationsentwicklung, Essen.

Themenfelder
  • Frühe Hilfen   

Beteiligte

Gisela Hartmann-Kötting
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der BZgA
Till Hoffmann
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Rainer Schütz
Nummer gegen Kummer e.V.
Jana Rakel
Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.
Katharina Lohse
Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V
Dr. Joachim Wenzel
Mitglied der Institutsleitung des ifs - Institut für Systemische Familientherapie, Supervision und O
15:15 - 16:45Seminar

Häusliche & sexualisierte Gewalt - Gesundheitswesen fit für die Versorgung?

Gesundheitsdienste neu orientieren I

Es werden drei Beiträge zu je 30 Minuten inklusive Disussion vorgestellt:

„Runder Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt“ und Qualifizierung von Gesundheitsfachkräften

Berlin strebt als erstes Bundesland an, die WHO Leitlinien Umgang mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt gegen Frauen in die Praxis umzusetzen. Hintergründe, Ziele und Arbeitsweise des Runden Tischs werden präsentiert und zur Diskussion gestellt. Zentral für die Umsetzung ist die Sensibilisierung von Gesundheitsfachpersonen für die Intervention bei Gewalt: Auf welche Ansätze und Modelle guter Praxis in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Gesundheitsberufe kann Berlin aufbauen?

Forschungsstudie „Versorgung bei häuslicher/sexualisierter Gewalt in Zentralen Notaufnahmen in Berlin“

Ergebnisse einer Mixed Methods-Studie die mit den zentralen Notaufnahmen in Berlin durchgeführt wurde, zeigen Möglichkeiten und Barrieren der Umsetzbarkeit der WHO Leitlinien zum Umgang mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt gegen Frauen in der Gesundheitsversorgung und Forderungen für die Gesundheitspolitik auf.

Bedarfe von gewaltbetroffenen Frauen* in Berlin

Der Beitrag präsentiert ausgewählte Ergebnisse einer Befragung zu Wünschen und Bedürfnissen von gewaltbetroffenen Frauen* in Berlin (2019) unter der Perspektive von 4 zentralen Beratungsdimensionen, wie Setting, Spezifität/Auftrag an die Beratenden, Interessen/Ziele der Beratenden und Freiwilligkeit der Nutzung. Insbesondere die Beratungshaltung und das Setting stellen sich als wichtige Komponenten dar. Die Ergebnisse werden in den Kontext u.a. der Istanbul-Konvention gestellt und diskutiert.

 

Themenfelder
  • Genderaspekte in Public Health   

Beteiligte

Stefan Beckmann
S.I.G.N.A.L. e. V. - Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt
Marion Winterholler
S.I.G.N.A.L. e. V. - Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt
Lena Plamp
Berlin School of Public Health
MScPH Laurette Rasch
ASH/ Berlin School of Public Health
Prof.in Dr.in Dr.in Hürrem Tezcan-Güntekin
Berlin School of Public Health
Dorothea Zimmermann
Wildwasser e.V.
Prof.in Dr.in Majken Bieniok
Hochschule für angewandte Pädagogik
15:15 - 16:45Seminar

DGPH Fachbereich ÖGD und Public Health „in the making“: Themen, Aktivitäten und Strukturen

DGPH-Jahrestagung I

Wir wollen den Kongress Armut und Gesundheit nutzen, um miteinander ins Gespräch zu kommen: mit Mitarbeiter_innen aus den Gesundheitsämtern, Landesämtern/-vereinigungen und nationalen Institutionen, mit Mitarbeiter_innen der Gesundheitsministerien, mit Public Health Wissenschaftler_innen aus Lehre und Forschung sowie weiteren Akteur_innen rund um den Public Health-Bereich. Inhalt des Forums ist der fachgesellschaftsübergreifende Fachbereich „Öffentlicher Gesundheitsdienst und Public Health“ der Deutschen Gesellschaft für Public Health und der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention. In diesem Fachbereich wollen wir Interessierten und Mitgliedern die Möglichkeit geben, Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen, Arbeiten zu präsentieren und gemeinschaftlich weiterzuentwickeln.

Doch, wo liegen Ihre Interessen und können Sie sich vorstellen, sich in die Aktivitäten des Fachbereichs einzubringen? Welchen Herausforderungen begegnen Sie im Rahmen der Routinearbeit des ÖGDs? Vielleicht auch gerade in der jetzigen Zeit, in der andere Arbeitsfelder durch die Corona-Pandemie nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten. Wie schaffen wir, entsprechend dem Kongress-Motto, den Weg aus der Krise zu Health in All Policies? Welche Strukturen können für eine bessere Vernetzung und Kooperation zwischen ÖGD-Praxis und Public Health sorgen und wie könnte der Fachbereich dies unterstützen?
Als Einstieg stellen die beiden Sprecherinnen des Fachbereichs die allgemeinen Themen, sowie die geplanten Aktivitäten und Arbeitsweisen des Fachbereichs vor. Anschließend erfolgt eine fragen-geleitete Diskussion, u.a. mit Hilfe eines Online-Tools, dass allen Teilnehmer_innen eine aktive Teilnahme ermöglicht.

Die Ergebnisse werden wir im Rahmen der fachbereichsinternen Diskussion, zu der Mitglieder der DGPH und DGSMP herzlich eingeladen sind, aufgreifen und in den Fachbereich integrieren.

Themenfelder
  • Gesundheitspolitik   

Beteiligte

Dr.in Nicole Rosenkötter
Landeszentrum Gesundheit NRW
Prof.in Dr.in Dagmar Starke
Akademie für öffentliches Gesundheitswesen
16:45 - 17:00

Pause

17:00 - 18:00Fachforum

Science Slam

Zentrale Veranstaltungen

Ursprünglich aus dem Poetry Slam entwickelt, geht es im Science Slam darum die eigene Wissenschaft unterhaltsam zu präsentieren. Der Science Slam steht zwischen Comedy und wissenschaftlichem Vortrag und bietet damit sowohl wissenschaftlich Interessierten als auch denjenigen, denen Unterhaltung wichtig ist, ein interessantes Veranstaltungsformat.
Der Unterschied zum klassischen Wissenschaftsvortrag besteht darin, dass beim Science Slam keine strengen Vorgaben zur seriösen Darstellung der Inhalte gemacht werden. Die Slammer*innen (Vortragenden) sollen viel eher ermuntert werden, ausgefallene Aspekte zu integrieren, um das Publikum zu begeistern. Zudem kann die Vortragsweise von PowerPoint-Präsentationen über Requisiten bis Live-Experimenten reichen. Auf zu viele Details oder Fachvokabular sollte im Science Slam verzichtet werden.
Es treten fünf Personen in einem ungezwungenen Vortrags-Wettstreit gegeneinander an. Ziel ist es, das eigene Forschungsthema in zehn Minuten auf anschauliche Weise darzustellen, denn das Publikum bildet die Jury und wählt die Siegerin oder den Sieger des Science Slams.

Das deutsche Gesundheitssystem in der Corona-Krise – Die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Corona-Krise“ (Masterarbeit - Esther Rummel)

Einsam zurück in die Zukunft (Benedikt Ronge)

Diversitätssensible Versorgung: Kinderwunschberatung bei Frauen mit körperlicher Behinderung (Anita Prasser, Tuan Rieck, Marie Utsch)

Sexuelle Gesundheit von Inter* Personen - Unsichtbarkeit in der HIV/Aids Prävention und Versorgung (Sonja Pasemann, Jasper Strauß, Chris Spurgat, Zoé Speltz)

Titel folgt (Nico Planet)

Themenfelder
  • Von Studierenden für Studierende   

Beteiligte

Esther Rummel
Benedikt Ronge
-
Anita Prasser
Marie Utsch
Tuan Rieck
.
Sonja Pasemann
Jasper Strauß
Chris Spurgat
Gesundheit Berlin Brandenburg e. V.
Zoé Speltz
Nico Planet
18:00 - 19:30Seminar

Treffen der Fachbereiche der DGPH: Lehre

DGPH-Jahrestagung I

Folgt

Beteiligte

Jun.-Prof.in Dr.in Maria Anna Marchwacka
Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar
Prof. Dr. Joachim Kugler
-

Foto aus dem Lichthof an der TU Berlin

Foto: André Wagenzik